Dienstag, 14. März 2017

"Mitten im Irgendwo" von Roan Parrish

Ein Nerd und ein sanfter Riese geben ein unmögliches Paar ab. Oder?

Daniel hat niemals irgendwo dazu gehört. Zumindest fühlt es sich für ihn so an. Seine Familie versteht ihn nicht, weil er sich für englische Literatur begeistert, statt Football zu schauen und Bier aus Dosen zu trinken. Für Freundschaften hat er kaum Zeit, weil er sich sein Studium mit diversen Jobs selbst finanziert. Und er hat seine Heimatstadt Philadelphia noch nie verlassen, bevor er sich als Prof an einem winzigen College mitten in Michigan bewirbt. Dabei ist er mit seinem Hintergrund und den vielen Tattoos, die er sorgfältig unter langärmeligen Hemde verbirgt, sicher kein typischer Intelektueller.
Als Dan zufällig Rex trifft, ahnt er nicht einmal, dass der riesige Mann in Holzfällerklamotten sein Schicksal sein könnte. Wenn er sich nur darauf einlassen würde …


Um es vorwegzunehmen: „Mitten im Irgendwo“ von Roan Parrish ist einfach klasse! Man stolpert mit Daniel, aus dessen Sicht die Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt wird, über Rex, der scheinbar ein wandelndes Klischee ist: Ein riesiger Hinterwäldler mit einem Gewehr, der in einer einsamen Holzhütte lebt. Sofort spulen sich vor Daniel geistigem Auge sämtliche Horrorfilme, die er je gesehen hat, ab.

Die Story bedient auf den ersten Blick so viele Vorurteile, dass man erst nach und nach dahinter kommt, was die Menschen wirklich antreibt. Da sind zuerst einmal die manchmal leicht skurrilen Bewohner der Kleinstadt Holiday, die den schwulen, tätowierten, koffeinsüchtigen Neubürger mit Argusaugen beobachten. 
Aber auch die Lehrer und Studenten am College scheinen nicht immer sicher zu sein, was sie von Dan zu halten haben. Oder ist es am Ende Daniel selber, der nicht genau weiß, wo sein Platz im Leben ist und deshalb misstrauisch darauf wartet, von allen anderen weggeschoben zu werden? 

"Mitten im Irgendwo“ steht dementsprechend nicht nur für den winzigen Ort im Hinterland, in den es Daniel verschlägt, sondern auch für sein Selbstbild. Dan ist so lange seinem Traum hinterhergerannt, dass er dringend einmal innehalten und sich umschauen muss. Ist sein altes Ziel, für das er so hart gearbeitet hat, eigentlich noch aktuell?

Der ruhige, auf seine stille Art unheimlich hilfsbereite Rex scheint auf den ersten Blick sehr in sich selbst zu ruhen. Mit seiner Bodenständigkeit und seinen geschickten Händen bildet er den perfekten Gegenpart zu dem nerdigen Dan, der zwar widerwillig auch alles über Autos gelernt hat, aber sich ansonsten handwerklich völlig unbegabt zeigt und beim Kochen ein Totalversager ist. Warum auch Rex ein wenig im „Nirgendwo“ hängt, erschließt sich dem Leser erst nach und nach. Man findet es zusammen mit Dan heraus, der bei aller Klugheit eine ganze Weile braucht, um Rex und seine Motive zu durchschauen.

Mitten im Irgendwo“ ist eine spannende, vielschichtige Geschichte, die von ihren ungewöhnlichen Charakteren lebt, von denen Roan Parrish mit Worten lebendige Bilder zeichnet. Es macht wirklich Spaß, die beiden Männer kennenzulernen und sie ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten. Obwohl Dan und Rex erwachsen sind, mit beiden Füssen im Leben stehen und problemlos für sich selbst sorgen können, so machen sie doch mit- und füreinander eine große Entwicklung durch. Dabei begleiten sie ihre neuen und alten Freunde. Die Nebencharaktere sind übrigens nicht nur Stichwortgeber, sie haben ihre eigene Tiefe und machen unheimlich neugierig auf weitere Geschichten „aus dem Nirgendwo“.

Fazit: Mich hat die Geschichte berührt und begeistert. Deshalb gibt es von mir 5 Punkte und eine Leseempfehlung.
Ich freue mich jetzt schon besonders auf die Übersetzung Story um Dans Bruder.

P.S.: Ich liebe das wunderschöne Cover. Das sticht mir schon ins Auge, seit das Buch auf Englisch am Markt ist ...

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Ihr glaubt mir nicht, wie toll das Buch ist? 
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Bildquelle: DreamspinnerPress 

Kommentare:

  1. Deiner begeisterten Rezension kann ich mich nur anschließen. Das Buch ist einfach wundervoll!

    Ich hab bei meiner eigenen Lobeshymne übrigens Deine Rezi verlinkt.
    LG Gabi

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    1. Hallo Gabi!
      Mir hat deine Rezi auch richtig gut gefallen.
      ;) Deshalb habe ich gerade eben das Gleiche gemacht.
      GLG Ulla

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