Mittwoch, 1. März 2017

"Cookies" von Teodora Kostova

Liebe geht durch den Magen!

Als Amir, genannt Cookie, den jungen Jay zum ersten Mal in seinem Keks-Laden sieht, ist es um ihn geschehen: Er verliebt sich Hals über Kopf. Das Gefühl scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen, allerdings tasten sich die beiden Männer erst einmal sehr langsam aufeinander zu. Besonders Amir kämpft damit, dass er mit Narben an Körper und Seele aus dem Krieg nach Hause gekommen ist. Doch auch Jay ist verletzt worden …

Cookies“ von Teodora Kostova ist die wunderschöne, sehr ruhig erzählte Geschichte einer zärtlichen Liebe, die sich langsam entwickelt. Es macht einfach Spaß dabei zu sein, wie Amir und Jay umeinander herum schleichen, sich verliebt anschmachten und ganz vorsichtig auf eine gemeinsame Zukunft hoffen. Besonderen schön ist es, wie die beiden sich kulinarisch verwöhnen. Gerade am Anfang scheint Jay die köstlichen Kekse, die Amir voller Leidenschaft kreiert, fast genauso zu lieben, wie den Mann. Man schmeckt den flüssigen Karamell, den Jay so toll findet, fast auf der Zunge …

Teodora Kostove schafft eine sehr sinnliche Atmosphäre, egal ob sie die Umgebung beschreibt, die Liebe durch den Magen gehen lässt, die Zärtlichkeiten zwischen den Männern schildert oder mit deutlichen Worten schildert, wie die beiden sich ihr Begehren zeigen. Behutsam beschreibt sie dabei, wie Amir mit seinen körperlichen Einschränkungen umgeht. Es wird aber immer deutlich, das die nur ein Teil seiner Persönlichkeit sind. Sie gehören zu ihm, wie seine Haut- und Haarfarbe, wie seine Liebe zum Backen und wie sein Engagement für das Veteranen-Zentrum.

Dieses spielt in der Erzählung eine große Rolle. Amir verbringt dort viel Zeit und auch Jay bringt sich im Laufe der Geschichte mit seinen kreativen Fähigkeiten ein. Unaufdringlich werden dem Leser das Schicksal und die Probleme der Kriegsheimkehrer nahegebracht. Die Story könnte mit diesen Elementen ein Drama sein, sie ist es aber nicht. Dazu ist sie zu herzerwärmend erzählt. Die Männer haben alle viel mitgemacht, aber sie versuchen aus ihrem Leben das Beste zu machen. Man liebt und leidet mit ihnen, aber vor allem freut man sich über die kleinen Erfolge, die sie jeden Tag ein kleines Stück weiter bringen.

Während man verfolgt, wie aus Amir und Jay langsam ein Paar wird, und wenn man später daran denkt, hat man einfach ein gutes Gefühl. Die Story zaubert ein Lächeln aufs Gesicht! Alleine dafür lohnt es sich, das Buch zu lesen.

Ganz am Schluß gibt es noch ein kleines Drama, das … die Story eigentlich gar nicht gebraucht hätte. Die sympathischen Charaktere und ihr Schicksal tragen die Handlung ohne Problem.

Fazit: Diese zuckersüße Gute-Laune-Story bekommt von mir 5 Punkte und eine Leseempfehlung.
Einzige Kritik: *grins* Die Rezepte für Cookies köstliche Kekse fehlen … 😉

P.S.: Die Geschichte und die Art, wie sie erzählt wird, haben mir so gut gefallen, dass ich auf weitere Geschichten rund um das Veteranen-Zentrum in Cambridge hoffe. Vielleicht erfährt man ja noch irgendwann, was aus Shane und Greg wird. Oder warum Cedric sich am Anfang wie ein echter Ar*** benimmt. Oder …
Mehr jedenfalls!!!

P.S.2: Das Nachwort ist sehr interessant, weil es einen kleinen Einblick in die Arbeitsweise der Autorin erlaubt, bzw. sehr deutlich macht, wie ein kreativer Kopf aus einer winzigen Beobachtung im Alltag eine wunderschöne Geschichte spinnt.

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Und noch ein P.S.: 
Hah! Ich habe jetzt ein wenig geschmökert und herausgefunden, das zwei Nebencharaktere, die ich zuerst gar nicht auf dem Schirm hatte, tatsächlich ihre eigenen Geschichten haben. Leider, leider ist keiner der Männer aus dem Veteranen-Zentrum dabei.

"Dance" erzählt, wie Jared und Fenix zusammenkommen. "Cherry Kisses" führt die Story dann noch ein wenig weiter.



Bildquelle: amazon

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