Dieses Blog durchsuchen

Mittwoch, 10. Juni 2020

"Ein Lord wie kein anderer" von Inka Loreen Minden

Die Liebe überwindet alles! 

Schon als kleines Mädchen war Emily in den gutaussehenden Daniel verliebt – ohne sich bewusst zu machen, dass ein Earl wahrscheinlich niemals eine Frau aus niedrigem Adel heiraten wird. Ihre Lebenswege trennen sich, doch das Schicksal führt sie wieder zusammen und plötzlich brennt statt unschuldiger Zuneigung heiße Leidenschaft zwischen den beiden. Aber gibt es eine Zukunft für Daniel und Emily? Nun stehen nicht nur Standesgrenzen zwischen ihnen, sondern auch Daniels Wunsch nach einem legetimen Erben und ein dunkles Geheimnis aus Emilys Vergangenheit.

*grins* Natürlich ist JEDER Lord in einer historischen Romanze etwas Besonderes, aber „Ein Lord wie kein anderer“ von Inka Loreen Minden macht trotzdem Spaß. Das liegt zum einen daran, dass die Autorin ein Händchen für interessante Charaktere und ungewöhnliche Geschichten hat, zum anderen daran, dass sie es immer wieder schafft, glaubwürdige Settings zu entwickeln.

Wenn man nicht gerade vergnügt verfolgt, wie Daniel und Em sich anschmachten, wandert man mit ihnen z.B. durch das historische London, das herrlich lebendig und plastisch geschildert ist. Daniel und Em sind Kinder ihrer Zeit – das macht ja den Charme eines Historical aus, und doch modern genug, um sich problemlos mit ihnen zu identifizieren. Der Kern der Story ist zeitlos: Wieviel gebe ich von mir selbst preis? Kann ich meinen Gegenüber wirklich trauen? Und: Was bin ich bereit, für die Liebe aufzugeben?

Daniel und Emily müssen diese Dinge für sich klären und als Leser liebt und leidet man mit den beiden, bis sie ihr verdientes HE bekommen.

Fazit: Tolle Story! Gefällt mir sehr, deshalb gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

P.S.: Es scheint so, als würde Inka Loreen Minden dem Genre noch eine Weile treu bleiben und auch Daniels bestem Freund Miles eine eigene Geschichte widmen. Ich bin gespannt!!!

Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Inka Loreen Minden kaufen:
- "Ein Lord wie kein anderer"

Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.

"Immer eine Herausforderung nach der anderen" von Norma Banzi

Anrührend, dramatisch und überraschend aktuell

Vincents Leukämie flammt wieder auf – bedrohlicher als je zuvor. Seine Gefährten bangen um sein Leben, aber die Welt steht nicht still. Ganz unterschiedliche Herausforderungen werden an alle herangetragen und müssen gemeistert werden. Besonders hart trifft es Orlando, der nicht nur unerwartet mit dem dunkelsten Teil seiner Vergangenheit konfrontiert wird, sondern sich auch Gedanken über einen Aspekt seiner Persönlichkeit machen muss, mit dem er sich seit seiner Zeit als SEAL nicht mehr gerne auseinandersetzt.

Ich glaube, nur echte Bücherjunkies können nachvollziehen, wie sehr einem Personen ans Herz wachsen, die der Fantasie eines Autors entsprungen sind. Ich liebe die Popstar-Reihe mit der ungewöhnlichen Wahlfamilie, die Vince und Co um sich gesammelt haben und mag gar nicht darüber nachdenken, dass Norma Banzi die Reihe mit „Immer eine Herausforderung nach der anderen“ beenden will.

Es kommt mir wirklich vor wie gestern, als ich zusammen mit Vince Marc kennenlernen durfte, und doch sind alle seit dem einen weiten Weg gegangen. Mir gefällt sehr, wie die Personen nicht in Stereotypen verharren, sondern sich glaubhaft weiterentwickeln. Aktuell muss Vince – bisher immer klar der Anführer der Gruppe und von seiner Persönlichkeit her ein Macher – die Verantwortung abgeben. Leicht fällt ihm das sicher nicht, aber seine Prioritäten verschieben sich durch die Krankheit. Marc wächst mit seinen neuen Aufgaben. Von dem verzogenen Popstar ist wenig übrig, er erweist sich mittlerweile als guter Vater, findiger Unternehmer und verantwortungsbewusster Arbeitgeber. (*grins* Ein Aspekt seiner Persönlichkeit bleibt allerdings unberührt: Voller Vergnügen nutzt er jede Gelegenheit, seine Gefährten zu sinnlichen Spielchen zu überreden, die natürlich in deutlichen Worten geschildert werden.) Auch Marina merkt man an, dass sie erwachsener geworden ist. Allerdings macht sie beinahe einen riesigen, richtig dummen Fehler, der sie in echt Gefahr bringt. Orlando ist außer sich vor Wut … und muss sich deshalb später auch noch selbst hinterfragen.

Das Orlando und Mike aka Marius etwas Besonderes sind, wird von Anfang an angedeutet, allerdings spielte das bisher in der Popstar-Reihe keine besonders große Rolle. Es war einfach ein Aspekt ihrer Persönlichkeit, wie Größe und Haarfarbe. Doch es gibt noch weitere Menschen, die ungewöhnliche Begabungen haben. Marius kann sich an seine nicht wirklich erinnern und Orlando mag meist nicht daran denken, weil er mehr als düstere Erinnerungen damit verbindet. Aber natürlich kann niemand vor sich selbst davonlaufen.

Weil es ja im Klappentext steht, ist es kein Spoiler zu verraten, dass Marius seinen Frieden mit „Mike“ macht. Ich liebe diese Szenen total, weil endlich wieder die winzigen, geheimen Gesten aufblitzen, mit denen sich die knallharten SEALS früher ihre Zuneigung versicherten.

Ach, ich würde hier am liebsten noch ewig in jedem Detail der Geschichte schwelgen. Mich daran erfreuen, wie kleine Episoden und Hinweise aus den Anfängen wieder aufgegriffen und … in gewisser Weise zu einem Abschluss gebracht werden. Wie so oft bei Norma Banzi endet das Buch zwar an einer Stelle, die man als Ende eines Handlungsbogen betrachten kann, aber es ist klar, dass das Leben der Protas danach weitergeht. Hoffentlich tauchen die Jungs (und das Mädel) wirklich noch als Nebenfiguren in anderen Geschichten auf …

Zwei Dinge möchte ich noch besonders erwähnen. Mich berührt immer wieder, wie liebevoll die unkonventionelle Familie, die Vince um sich herum aufgebaut hat, miteinander umgeht. Aber Norma Banzi verschweigt nicht, dass gerade Familie auch Verletzungen zufügen kann und eben am Ende nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Manche Narben gehen einfach zu tief, als das man um des lieben Frieden willens darüber hinwegsehen könnte. Wichtig ist es, sich nicht im Zorn zu verlieren, sondern sein eigenes Glück im Auge zu behalten.
Bei „Immer eine Herausforderung nach der anderen“ fand ich außerdem faszinierend, wie auf die aktuelle Situation eingegangen wurde, ohne das Thema in den Vordergrund zu schieben.

Fazit: Mir hat die Story unheimlich gut gefallen, dafür gibt es 5 glänzende Sterne. Aber ich bin richtig traurig, dass ich wohl in Zukunft nicht mehr so unmittelbar am Leben von Vince, Marc, Marina, Orlando, Marius, den Kindern, ihren Freunden, Verwandten und Angestellten teilhaben darf.

😉 Zum Glück gibt es ja nicht nur 8 Bände aus der Serie, sondern auch einige Kurzgeschichten und Side-Story, die sich für einen Re-Read anbieten …

Haben wollen?
 Hier kann man das Buch von Norma Banzi kaufen:
- "Immer eine Herausforderung nach der anderen"

Vince und Marc lernen sich hier kennen: "Die Popstars und ihr Anwalt"
Ich liebe außerdem die Kurzgeschichte "Two Snipers", die erzählt wie sich Orlando und Mike zum ersten Mal getroffen haben. Wortwörtlich übrigens!!! 

Link zur Homepage: Norma Banzi 

Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.

Montag, 1. Juni 2020

"heiß & wild: 6 erotische Kurzgeschichten" von Melanie Hinz

Sinnlichkeit pur

Mit „heiß & wild“ präsentiert Melanie Hinz sechs erotische Kurzgeschichten, die sie bereits zuvor – wenn auch unter anderen Pseudonymen veröffentlicht hatte. Doch was soll man sagen: Egal unter welchem Namen sie schreibt, heraus kommen kochend heiße, unheimlich erotische Storys, die dem Kopfkino gehörig einheizen.

Mir haben die dabei die ersten vier besonders gut gefallen, weil man trotz der expliziten Szenen, die mit sehr deutlichen Worten geschildert werden, immer auch spürt, wie tief der Gefühle der „Spielgefährten“ sind. Sex gehört zu ihrem Leben dazu, sie nehmen und schenken ihn ganz selbstverständlich und ohne Scham, mal hart und mal zärtlich. Aber man spürt deutlich, dass er nicht fiebriger Selbstzwecke, sondern ein Ausdruck von Freundschaft und vielleicht sogar mehr ist. Natürlich ist eine Kurzgeschichte keine ausgefeilte Romanze, aber jede der Storys erzählt eine echte, kleine, Geschichte und hat genügend Potential um die Fantasie noch eine ganze Weile zu beschäftigen, selbst wenn sie längst ausgelesen ist.

Die beiden letzten Storys sind von der Tonart her etwas anders, nicht weniger heiß, aber … in meinen Augen weniger zärtlich. Sie beschreiben eher Episoden als eine Geschichte und fokussieren sich sehr auf das Körperliche. Auch sie sind sehr gut geschrieben und zu sagen, die ersten vier wären „besser“ ist a) persönlicher Geschmack und b) „Meckern“ auf sehr, sehr hohem Niveau.

Fazit: Die Sammlung hat mir super gefallen und kam genau zum richtigen Zeitpunkt, um mir einen faulen Sonntag zu versüßen. Dafür gibt es 5 kochend heiße Sterne und eine Leseempfehlung. Ich werde mich mit „heiß & wild“ – wie mit fast allen Büchern von Melanie Hinz – sicher mehr als einmal vergnügen. 😉

Lust auf ein paar Zusatzinfos zu den Storys?
Die kommen hier im Anschluss, es könnte aber sein, dass sie kleine SPOILER enthalten.

1. "What she needs" 
Linda ist eine knallharte und erfolgreiche Anwältin. Im Schlafzimmer mag sie es aber eigentlich ganz gerne, dominiert zu werden. Ausgerechnet ein ehemaliger Klient scheint das zu ahnen und trifft mit seinen strengen Ansagen genau ihren Nerv. Doch dann kommt noch ein zweiter Mann ins Spiel, der seine Identität nicht gleich enthüllt …

HOT! Selbst wenn man der beschriebenen Spielart nicht viel abgewinnen kann, so ist es doch fast unmöglich, sich der Sinnlichkeit der beschriebenen Situation zu entziehen. Auch wenn Linda sich Michael unterwirft, man spürt deutlich, dass es aus Freude am Spiel passiert und keinerlei Zwang dahinter ist. Macht Lust auf mehr!

2. "Das Konzert"
Alexandra verabscheut ihren neuen Vorgesetzen: Liam drangsaliert sie, wo er nur kann. Sie überlegt schon ernsthaft, den Job zu wechseln, als sie endlich versteht, was hinter seinen scheinbaren Ausrastern steckt.

Auch wenn man hier vielleicht erst an #MeToo denkt, in der Story geht es um etwas anderes und ziemlich schnell kann man zufrieden grinsend zusammen mit Alex ihren „Boss“ anschmachten. Denn was auch immer es über den Kerl sonst zu sagen gibt: Er ist eine echte Sahneschnitte!

3. "More than friends" 
Nicky findet ihren neuen Mitbewohner Jan echt nett – bis auf die Tatsache, dass er chronische Unordnung hinterlässt, wo er geht und steht. Als sie ihn eines Tages unter der Dusche erwischt … verändert das alles zwischen den beiden. Ob zum Guten oder zum Schlechten, muss sich erst noch zeigen.

Die Story ist – vielleicht wegen der Situation in der Wohnung – irgendwie intimer als die anderen und im Endeffekt unheimlich zärtlich. Einfach super-schön!

4. "Keiner zu viel"
Zufällig hört Dina im Eiscafe eine Diskussion mit: Paul und Marco mitbekommt: Die beiden teilen sich nicht nur eine Wohnung, sondern offensichtlich auch ein Bett und außerdem – zumindest hin und wieder – eine Frau. Dina ist fasziniert und sehr, sehr interessiert …

Ja, ja, hab ich bei den anderen Storys auch schon gesagt: Aber das hier ist WIRKLICH total heiß. Und sinnlich. Und zärtlich. Und …
Ok, man merkt es, „Keiner zu viel“ ist eindeutig meine Lieblingsgeschichte in der Sammlung. Das Setting erinnert mich ein ganz klein wenig an „Unerwartet“, hat aber doch genug eigene Akzente, um nicht als Abklatsch dieser Geschichte rüber zu kommen. Ich bin echt begeistert!

5. "Club Agua – Voyeur"
Auch wenn diese Story sehr erotisch ist und toll geschrieben ist, setzt sie einen ganz anderen Schwerpunkt als die anderen Geschichten. In den anderen Storys ist der Sex immer Ausdruck eines tieferen Gefühls, zumindest aber von Sympathie oder Freundschaft. Hier geht es im Kern um eine Art – zugegeben sehr heißen – Rachesex. Carlos ist ziemlich unsympathisch und auch mit Natalie bin ich nicht wirklich warm geworden …

6. "Heiße Nächte mit der Stiefschwester" 
Dave begehrt ausgerechnet seine Stiefschwester – doch die scheint überhaupt kein Interesse an ihm zu haben. Die selbstbewusste Sarah entscheidet ganz alleine, wer (oder wieviele) Männer wann Sex mit ihr haben dürfen …

Auch diese Story ist erotisch, aber bei Sex scheint es den beiden mehr um ihre eigenen Bedürfnisse, als um die ihrer Partner zu gehen. Vielleicht unterscheidet das die Geschichte von den ersten in dem Sammelband. Das ist aber – wie schon erwähnt – Meckern auf hohem Niveau.


Haben wollen? 
  Hier kann man die Story von Melanie Hinz kaufen:  

Hier noch der Link zu "Unerwartet". Dort erlebt Katharina einen in mehr als einer Hinsicht unheimlich heißen Sommer mit Jakob und Paul. Oder wird diese "Affäre" etwa länger dauern?

Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.



Samstag, 23. Mai 2020

"Das Dilemma mit Ben" von Melanie Hinz

Sinnliche Zwickmühle

Eigentlich ist Lilli mehr als zufrieden mit ihrem Leben: Sie liebt ihren Job, lebt mit einer Freundin zusammen in einer tollen WG und hat endlich einen Platz gefunden, den sie als Zuhause betrachtet. Den kleine ONS mit dem Sohn ihres Chefs betrachtet sie als Ausrutscher – der ihr allerdings kein bisschen leid tut, schließlich war der Sex grandios.
Als Ben aber unerwartet auf Dauer wieder nach Hause kommt, ändert das alles. Lilli kann sich nicht vorstellen, wie eine Beziehung unter Kollegen funktionieren soll … und trotzdem die Finger nicht von Ben lassen. Sie steckt bis zum Hals in dieser sinnlichen Zwickmühle und Ben ist da kein bisschen hilfreich. Der sexy Kerl lässt sie immer wieder all ihre guten Vorsätze völlig vergessen.

Was soll ich um den heißen Brei herum reden: Ich liebe die Story! „Das Dilemma mit Ben“ von Melanie Hinz ist einfach großartig. Total heiß, unheimlich sinnlich und keine einzige Sekunde langweilig. Keine Ahnung, wie die Autorin es immer wieder schafft, so lebendige und realistische Geschichten zu erzählen, die unter die Haut gehen und am Ende auch ein gutes Gefühl hinterlassen.

Melanie Hinz braucht – auch bei Lilli und Ben – kein künstlich aufgeblähtes Drama, keinen Krimi-Anteil oder sonstiges Füllmaterial. Die beiden und ihre Beziehung füllen das Buch mühelos. Dabei fühlt man von der ersten Sekunde an die Funken, die zwischen ihnen hin und her fliegen und möchte natürlich wissen, wie sie es schaffen, Job und Beziehung unter einen Hut zu bringen. Ich jedenfalls konnte die Story keine Sekunde aus der Hand legen, bevor ich wusste, ob und wie die beiden „sich outen“. 
😉 Das sie zusammengehören ist schließlich jedem klar – außer vielleicht Lilli.

Fazit: Richtig, richtig toll. Kochend heiß, sehr erotisch und … einfach gut halt. Muss man lesen!
Definitiv mehr als 5 Sterne und eine Empfehlung, die übrigens auch für fast alle anderen Bücher der Autorin gilt.

Haben wollen? 
  Hier kann man die Story von Melanie Hinz kaufen:  
- "Das Dilemma mit Ben

Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.

Mittwoch, 6. Mai 2020

"Gabriels Regeln: Escort Buch 1" von Sloane Kennedy

Berührend, erotisch und überraschend ernsthaft …

Als die schüchterne Riley ihren gutaussehenden Nachbarn kennenlernt, kann sie sich nicht einmal im Traum vorstellen, dass dieser Mann Interesse an ihr zeigen könnte. Gabriel ist höflich, eigentlich recht hilfsbereit und macht ihr sogar ein erstaunlich erotisches Angebot. Riley ahnt nicht einmal, was Gabriel antreibt, aber sie spürt, dass er unter seinem hinreißenden Äußeren dunkle Geheimnisse verbirgt.

Um eines vorweg zu schicken: Ich habe die „Escort Serie“ schon auf Englisch gelesen ... und war restlos begeistert. Vorsicht!!! Wer einmal anfängt, die Bücher von Sloane Kennedy zu lesen, ist verloren. Ihre Geschichten machen süchtig. Zum Glück für die deutschen Leser gibt es bereits eine Menge Storys, die nun nach und nach übersetzt werden.

"Escort" ist eine Reihe mit drei Teilen, die in meinen Augen untrennbar zusammengehören. Dabei kann „Gabriels Regeln“ eigentlich als Stand Alone gelesen werden. Eigentlich, denn danach will man unbedingt wissen, wie es mit ihm und seinen Freunden weitergeht. Dabei sollten die Storys unbedingt in der richtigen Reihenfolge gelesen werden, weil sie aufeinander aufbauen. Gabriel und seine beiden Freunde Shane und Logan arbeiten zwar als Escort, um ihren Job geht es in der Serie aber nur am Rande. Kern jeder Geschichte ist ob und wie die Männer ihr persönliches Glück finden.

Ich habe bereits die „Finding“-Serie von Sloane Kennedy inhaliert und muss gestehen, dass die Escorts mich noch deutlich mehr gepackt haben. Die Autorin schafft es, unheimlich erotische Szenen zu schreiben, bei denen auch der Leser in Flammen steht, weil die sympathischen Charaktere von der ersten Sekunde an unter die Haut gehen. Riley und Gabe sind keine Stereotypen, sie fühlen sich „echt“ an. Beide haben eine Menge hinter sich. Man spürt, wie unsicher und ängstlich Riley ist und wie müde sich Gabriel fühlt. Aber die zwei strahlen auch etwas anderes aus: Sie geben nicht auf, obwohl das Leben sie nicht gut behandelt. Sie kämpfen, zuerst mehr aus Gewohnheit und dann – fast ohne Hoffnung – umeinander. Das geht wirklich zu Herzen und macht gleichzeitig enorm viel Mut.

Am Beginn sieht es ein wenig so aus, als wäre Riley „schwach“ und Gabe der strahlende Held, der sie rettet, ein scheinbar beliebtes Klischee in Liebesromanen. Hier stellt man aber rasch fest, dass darum nicht mal im Ansatz geht. Wenn man zusammen mit Riley dahinterkommt, was es mit „Gabriels Regeln“ auf sich hat, bleibt einem fast das Herz stehen. Sloane Kennedy thematisiert in dem Buch ein Tabu, das gerne totgeschwiegen wird. Gabriels Geschichte ist so schockierend, dass man zuerst gar nicht glauben will, dass so etwas in einem erotischen Roman auftaucht. Ich liebe dieses Buch unter anderem deswegen, weil ich fest an die Macht von Geschichten glaube: Gabriel hat etwas erlebt, was in der Gesellschaft totgeschwiegen wird und zerbricht fast daran. Erst mit Rileys Hilfe findet er die Kraft, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Riley unterstützt ihn vorbehaltlos, aber seinen Weg aus der Dunkelheit heraus muss er selber gehen.

Die Botschaft aus der Geschichte ist klar: Du bist nicht schwach, wenn du etwas nicht alleine schaffen kannst und es gehört Mut dazu, deine Freunde um Hilfe zu bitten. Diese Aussage setzt sich im Herzen und im Hirn fest, weil weder ein erhobener Zeigefinger zum Einsatz kommt, noch alles so glatt geht, dass es unglaubwürdig wäre. Natürlich wird einiges dramatisch überspitzt, aber dies ist schließlich kein Sachbuch, sonder ein spannender Roman.

Nach all diese kryptischen Äußerungen packe ich noch eine Warnung oben drauf: Das Buch ist – obwohl kochend heiß und unheimlich toll geschrieben – nichts für schwache Nerven. Wer Romane liebt, in denen ein erfolgreicher und unglaublich gutaussehender Millionär eine arme, naive, kleine Jungfrau im Privatflieger ins Glück entführt, sollte die Finger davon lassen. Wer eine ungewöhnliche, tief berührende und unglaublich erotische Liebesgeschichte mit durchaus ernstem Hintergrund sucht, ist dagegen hier richtig. Sloane Kennedys Helden haben echte Probleme, die zu lösen sie unheimlich viel Kraft kostet. Als Leser liebt und leidet man mit ihnen, bis sie hoffentlich ihr wohlverdientes Glück finden.

Von mir gibt es jedenfalls mehr als 5 Punkte und - wie oben schon erwähnt - eine Suchtwarnung.
Manche Süchte, sind es allerdings wert. ;)

Kleine Anmerkung: Wie schon das Titelbild verrät, ist dies eine M/F-Story, eine der wenigen von Sloane Kennedy. Das sollte die Leser ihrer M/M-Geschichten nicht abhalten!


Haben wollen?

 Hier kann man die Bücher von Sloane Kennedy kaufen: 

- "Gabriels Regeln: Escorts Band 1" (Gabriel & Riley)

"The Protectors"-Serie:- "Absolution (The Protectors 1)" (Jonas, Mace & Cole)
- "Heilung (The Protectors 2)" (Ronan & Seth)
- "Vergeltung" (The Protectors 3)" (Hawke & Tate)

"Finding"-Serie:
- "Ein Zuhause finden“ 
- "Vertrauen finden"
- "Frieden finden"
- "Vergebung finden"

Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.

"Obsessed" (The Protectors, Band 13) von Sloane Kennedy (engl.)

Ich will dich nicht lieben!!!

Als Matias Sam zum ersten Mal sieht ist es um ihn geschehen. Auch wenn die Umstände alles andere als günstig sind und er es nicht vorstellen kann, mit dem gleichen Mann mehr als eine Nacht zu verbringen … bei Sam ist alles anders. Mit aller Macht wehrt sich Matias gegen seine Faszination, nur um ihr jeden Tag ein wenig mehr zu erliegen.
Auch Sam sucht nicht nach einer Beziehung, nicht einmal nach einem One-Night-Stand. Seine erste große Liebe wurde ihm durch einen grausamen Tod vor langer Zeit entrissen und doch ist sein Herz noch immer nicht frei. Aber langsam muss sich Sam eingestehen, dass er vielleicht zu den Menschen zählt, die mehr als einen einzigen Seelengefährten haben …

Wenn Sloane Kennedy eines kann, dann dass: Tortured Heros. Auch Matias und Sam aus „Obsessed“, dem mittlerweile 13ten Band der Serie „The Protectors“ tragen schwer an ihrer Vergangenheit. Beide scheinen in einer Art Zeitschleife festzuhängen, bis sie einander treffen. Beide brauchen eine Weile, bis sie sich öffnen können. Keiner der beiden ist auf eine Beziehung, geschweige denn auf Liebe aus. Und doch: Sie können nicht mehr von einander lassen - mit allen Konsequenzen.

Die expliziten Szenen sind kochend heiß, das Drumherum geht zu Herzen, außerdem gibt es noch einen Krimi-Plot, der halt zur Serie dazugehört und schon fast ein Wermutstropfen ist. Neben Matias und Sam, die ihre Besessenheit für einander in gute Bahnen leiten, gibt es nämlich noch jemanden, der das eben nicht kann. Ich persönlich fand Matias, Sam und ihr Umfeld eigentlich toll genug, um das Buch zu füllen.

Vor allem, weil das Buch durchaus auch seine witzigen Momente hat: Es macht einfach Spaß, wie der große Schweiger Matias und Sam, der mehr redet, je nervöser er wird, aufeinandertreffen. Und wie sie sich treffen! Das der Gartenschuppen dabei nicht in Flammen aufgeht ist ein echtes wunder, denn die Luft brennt zwischen den beiden Männern.

Fazit: Klasse geschrieben, zum Mitfiebern und sehr, sehr heiß! Dafür gibt es mal wieder 5 Sterne und eine Leseempfehlung!!!


Kleine Kritik: Sam hat einen kleinen Adoptivsohn namens Ryan, der allerdings sehr, sehr kurz kommt, entsprechend blass bleibt und fast schon instrumentalisiert wird, um Sam angreifbarer zu machen.

P.S.: Die Geschichte von Matias Bruder Cruz, der sich in Sams ältesten Sohn verliebt hat, kann man in "Protecting Elliot" nachlesen. Die Story spielt eigentlich vor "Obsessed", man muss die Bücher aber nicht zwingend in der richtigen Reihenfolge lesen.

Haben wollen?

 Hier kann man die Bücher von Sloane Kennedy kaufen: 
- "Obsessed"
- "Protecting Elliot"

Bereits auf Deutsch erschienen sind die ersten Bände der "Protectors" Serie:
- "Absolution (The Protectors 1)" (Jonas, Mace & Cole)
- "Heilung (The Protectors 2)" (Ronan & Seth)
- "Vergeltung" (The Protectors 3)" (Hawke & Tate)

Ebenfalls auf Deutsch erhältlich sind die ersten Bände der Finding"-Serie
- "Ein Zuhause finden“ 
- "Vertrauen finden"
- "Frieden finden"
- "Vergebung finden"

Bildquelle: amazon


# Die Rezension enthält Werbelinks.

Sonntag, 3. Mai 2020

"Into the Heat" von J.R. Ward

Supertoller Serieneinstieg … und eine absolute Frechheit!!!

Zwischen Ann und Danny brennt die Luft – ironischerweise, schließlich sind sie beide bei der Feuerwehr und ein absolut cooles Team, solange sie ihren Job ausüben. Bei der Hochzeit eines Kollegen passiert schließlich das scheinbar Unabwendbare, doch nur kurze Zeit kommt es zu einem dramatischen Einsatz …

Normalerweise bin ich kein großer Fan von J.R. Wards zeitgenössischen Romanzen, aber „Into the Heat“ ist von der ersten Sekunde an richtig, richtig klasse. Man spürt sofort die Funken, die zwischen Ann und Danny hin und her fliegen. Die Story ist sexy, temporeich und voller interessanter Charaktere, so dass man sie nicht mehr aus der Hand legen kann, wenn man einmal damit angefangen hat.

Aber – und ich entschuldige mich ausdrücklich NICHT für den SPOILER – die Story endet mitten in der spannendsten Szene überhaupt. Ich empfinde es als absolute Frechheit vom Verlag, für diesen kurzen Vorspann zur Hauptstory, der nicht mal im Ansatz in sich abgeschlossen ist, Geld zu verlangen. Der Preis wäre sogar für eine in sich abgeschlossene Geschichte noch happig. Tatsächlich ist die Novelle im englischen Original kostenlos. Natürlich bin ich gerade ziemlich heiß drauf zu erfahren, wie es mit Ann und Danny weitergeht. Allerdings bin ich auch so sauer, dass ich dem ersten Impuls – mit dem ich die Hauptstory schon gekauft hatte – rückgängig gemacht habe.

Wenn ich schon angefüttert werden soll, möchte ich das wenigstens dem Klappentext entnehmen. So bitte nicht, Lyx!!!

Fazit: Story top, mindestens 5 Sterne. Verlagspolitik eine absolute Frechheit, aber null Sterne kann man ja nicht vergeben. Tut mir leid für Ann und Danny, aber bei dem Preis-Leistungsverhältnis kann ich der deutschen Version von „Into the Heat“ nur einen Stern geben.

P.S.: Normalerweise veröffentliche ich hier keine Preise, weil ich finde, es ist das gute Recht von Autor und Verlag die festzusetzen. Hier sind sie aber einer der Gründe für meine schlechte Bewertung. Into the Heat“ kostet - bei 124 Seiten und ohne in sich abgeschlossen zu sein - 4,99 €, der "richtige" Roman "Into the Fire" schlägt dann noch mal mit 9,99 € zu Buche, diesmal allerdings für satte 456 Seiten.

Haben wollen? 

 Hier kann man die Bücher von J.R. Ward kaufen: 

- "Into the Heat" (Achtung! Ist die Vorgeschichte zu "Into the Fire" und endet mit einem wirklich bösen Cliff.)
- "Into the Fire" (Ich bin immer noch in Versuchung, die ganze Geschichte von Ann und Danny zu lesen. Mal sehen, ob ich mir das Buch nicht doch kaufe, wenn ich nicht mehr so sauer bin ... schließlich habe ich ein echtes Faible für Feuerwehrleute.)

Die Vorgeschichte "Into the Heat" gibt es auf Englisch kostenlos (dort in zwei Teilen):
- "A Wedding from Hell (Part 1)"
- "A Wedding from Hell (Part 2)"

Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.