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Samstag, 11. April 2020

"Der Sekretär des Millionärs" von Bettina Kiraly

Schade …

Zu Marcs neuem Job gehören nicht nur nächtliche Diktate, sondern auch die Unterbringung in einem abgelegenen Schloss – ohne Internet und Telefon. Außerdem muss er sich den ganzen Nachmittag um eine erstaunlich anhängliche Ente kümmern. Dafür ist ein neuer Boss eine echte Augenweide. Allerdings wird Marc den Verdacht nicht los, das irgendetwas an dem Auftrag merkwürdig ist …

Und wie Recht der gute Marc damit hat! Als „Der Sekretär des Millionärs“ lässt Bettina Kiraly in aber eine Weile im Dunkeln tappen, bevor er hinter das Geheimnis von Mr. Adam Anders und seiner Ente Dagobert kommt. Als Leser ahnt man natürlich sofort, was Sache ist, schließlich hat man einen Wissensvorsprung: Ein Blick auf das Cover verrät, worum es geht. „Gayshifter“ steht da.

Für einen begeisterten Leser von sowohl Shifter- als auch Gay-Storys wäre das also eigentlich das ideale Buch für mich, vor allem weil das Tier, in das sich Adam verwandelt eher ungewöhnlich ist. Voller Neugier habe ich mich also über die Geschichte her gemacht und … bin ziemlich enttäuscht. Zum ersten bin ich mit Marc nicht richtig warm geworden. Er ist angeblich ein „Elitesekretär“ – was auch immer das sein mag. In seinem Job scheint er wirklich gut zu sein, privat dagegen wirkt er – sorry – ziemlich dümmlich, so wie er sich von seinem Manager / Freund ausnutzen lässt. Leider ist mir auch nicht klar geworden, was er – außer dem guten Aussehen – an Adam findet. Ich habe einfach keine Funken, kein tiefes Begehren oder wenigstens ein wenig uncooles Anschmachten des tollen Kerls, der sein Boss ist, gespürt. Diese Gezicke, dass er sich nicht von einem Millionär aushalten lassen will, aber einwilligt, dessen Privatjet zu benutzen, um zu neuen Jobs zu kommen, war schon mehr als nervig.

Bei Adam geht es mir ähnlich. Er wird einfach nicht greifbar. Ich habe gelesen, dass er reich, einsam und gut aussehend ist. Ach ja, außerdem verwandelt er sich in eine Ente. Gespürt habe ich nichts davon. An einer Stelle sagt er zu Marc: „Ich bin eine Ente, habe ihre Instinkte und Wünsche.“

Nö. Ist er nicht. In seiner menschlichen Gestalt watschelt er nicht, er schnappt nicht nach Insekten, kleinen Fischen oder Brotstückchen, er legt nicht mal den Kopf schief, wie ein Vogel. Das sind nur Beispiele, man nimmt ihn den „inneren Erpel“ einfach nicht ab. Man spürt einfach keine Sekunde lang, dass sich in der Haut des Anzugsträgers und Geschäftsmannes noch etwas anderes verbirgt. In einem wirklich guten Shifter-Roman sieht man immer wieder das Tier im Menschen aufblitzen, das fehlt hier einfach. Allerdings ist Adam nicht mal als Ente eine Ente. Ja, ok. Er ist ja auch eigentlich ein Mensch, der nur gerade ein paar Federn hat … Adams Alter Ego Dagobert bleibt leider genauso blass wie die beiden Männer.

Fazit:
Schade! Ich war wirklich neugierig auf die Story, aber sie hat mich nicht überzeugt. Im Gegenteil, ich habe mich immer wieder beim querlesen erwischt, weil ich zwar wissen wollte, wie die Story endet, mich aber auf dem Weg dahin oft gefragt habe, ob es echt Leute gibt, die ihre Gefühle in solch gestelzten Gesprächen austauschen. Von mir gibt es deshalb nur ganz knappe 3 Sterne.
Kann man lesen, muss man aber nicht.


Trotzdem haben wollen? 

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- "Der Sekretär des Miilionärs"

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# Die Rezension enthält Werbelinks.

Mittwoch, 1. April 2020

"Des Zwergenkönigs verzweifelte Entscheidung" von Norma Banzi

Tiefes Leid und neue Liebe

Sarel ist seit vielen Jahren der Zwergenkönig von New York … und hat die dramatischen Ereignisse in seiner Vergangenheit erfolgreich verdrängt, bis er auf die junge Liz trifft. Eigentlich will Sarel nicht mehr als eine kleine Affäre mit ihr, aber er bemerkt schnell, dass sie – obwohl menschlich – seine wahre Gefährtin sein könnte, eine der wenigen Frauen, mit der Kinder bekommen kann.
Sarel ist nicht abgeneigt, bis er herausfindet, dass ihre Familie nicht nur aus Deutschland stammt, sondern es auch eine merkwürdige Verbindung gibt. Plötzlich kocht wieder hoch, was er vor vielen Jahren erlebte. Damals musste er eine Entscheidung treffen, die für viele Leben, aber auch für viele den Tod bedeutete. War das wirklich gerechtfertigt?
Natürlich hält außerdem die Welt nicht den Atem an, während er sich mit alten und aktuellen Problemen herumschlägt. Die Gemeinde der Übernatürlichen arbeitet an einem großen Projekt, dass ihre Welt für immer verändern wird und skrupellose Bösewichte wollen es ausnutzen, dass gerade alle ziemlich abgelenkt sind …

Des Zwergenkönigs verzweifelte Entscheidung“ von Norma Banzi ist ein sehr vielschichtiges Buch, das sich nicht ohne weiteres einfach in eine Kategorie stecken lässt. Urban Fantasy? Ganz sicher! Love Story? Ja, auch das … und zwar mit wirklich allen Aspekten, erotische Handlungen gibt es hier nicht nur zwischen einem Mann und einer Frau. Wie so oft bei Norma Banzi sind Liebe und Treue nicht unbedingt eins. Das Buch regt außerdem zum Nachdenken an: Was darf man eigentlich opfern, wenn es „dem Großen Ganzen“ dient? (Eine Diskussion, die gerade eine unerwartete Aktualität gewonnen hat …).

Die Geschichte ist nicht immer einfach zu lesen, nicht nur weil es einige unerwartete Wendungen gibt, sondern auch weil sich die Helden schlichtweg weigern sich in ein Schema pressen zu lassen. Wer gerne Klischees folgt, ist hier fehl am Platze. Sarel geht seinen ganz eigenen Weg, bis er schließlich seinen Frieden und sein persönliches Glück findet.
Dabei erlebt er nicht nur mit Liz so einige freizügig-erotische Abenteuer, die ziemlich heiß sind und sehr offenherzig geschildert werden.

Ich mag die Geschichte unter anderem, weil Sarel ein ziemlich kantiger Held ist, der auch äußerlich nicht dem üblichen Klischee entspricht. Sarel bleibt sich selbst treu, auch wenn er in der Story einen weiten Weg geht. Seine Beziehung zu Liz ist dabei der Auslöser, aber sie verändert halt nicht den Kern seines Ichs.

Fazit: Spannend, erotisch und mit unerwarteten Wendungen. Dafür gibt es von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Man versteht die Story vom Zwergenkönig natürlich auch als Stand Alone, allerdings macht sie fast noch mehr Spaß, wenn man die beiden Vorgängerbände kennt, weil man viele der Helden 
wieder trifft– z.B. der Dämon Roderik und seinen sexy Assistenten Maurice aus "An einem heiße Nachmittag im August".  
Übrigens: In "Ups! Wo die Liebe hinstolpert" ... geht es sozusagen um den Osterhasen. Passt doch auch gerade, oder? 😀

Haben wollen?
 Hier kann man die Serie "Nichtmenschliche Völker, magische Wesen inkognito) von Norma Banzi kaufen:
- "An einem heiße Nachmittag im August"
- "Ups! Wo die Liebe hinstolpert"
- "Des Zwergenkönigs verzweifelte Entscheidung"

Link zur Homepage: Norma Banzi 

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# Die Rezension enthält Werbelinks.

"Lavendelherz mit Kuss" von Mathilda Grace

Lavendelherz mit Zuckerguss

Matthias erkennt erst recht spät, dass sein Herz eigentlich für Männer schlägt. Mittlerweile versucht nicht nur sein Bruder, sondern auch seine Ex-Frau ihn zu verkuppeln. Doch Matthias ist schüchtern. Seine Leidenschaft gilt scheinbar nur dem Backen … bis plötzlich nicht nur der sexy Polizist Samuel, sondern auch der knurrige Tierarzt Hannes sein Interesse wecken. Wie er außerdem plötzlich zu verschiedenen vier- und zweibeinigen Mitbewohnern kommt, ist für ihn selbst manchmal eine echte Überraschung …

Mit „Lavendelherz mit Kuss“ legt die „Liebe im Ruhrpott“-Reihe von Mathilda Grace einen grandiosen Start hin. Das Buch ist total witzig, temporeich und … einfach zuckersüß, was nicht nur an den kalorienreichen Leckereien liegt, die Matthias ständig zaubert. Die Geschichte ist – trotz einiger ernster Untertöne – eine zuckersüße Gute-Laune-Wohlfühl-Story, die man nicht mehr aus der Hand legen mag, bis man weiß für wen der beiden heißen Kerle, die plötzlich in seinem Leben auftauche, sich Matthias nun entscheidet.

Die Geschichte zeigt moderne Familienkonstellationen in ihrer ganzen Breite und verschweigt auch nicht, wie nervig die bisweilen sein können. Mathilda Grace erzählt das Ganze aber so gekonnt mit frechem Grinsen und Augenzwinkern, dass man einfach Mitlachen muss.

Gut gelungen ist auch die Mischung zwischen winzigen, ernsten und erotischen Szenen. Von letzterem gibt es eine Menge, die das Vergnügen der Männer nicht verschweigen, aber es auch nicht in epischer Breite auswälzen. Das Kopfkino bekommt jedenfalls genügend heiße Vorlagen, um auf Hochtouren zu laufen.

*grins* Nur eines fehlt definitiv in der Story: Ich will unbedingt entweder die Adresse von Matthias Bäckerei oder aber eine Zusammenstellung seiner Rezepte. Besonders nach den beschwipsten Apfelberlinern gelüstet es mich …

Fazit: Macht unheimlich Spaß und ist ein echter Page-Turner! Dafür gibt es von mir 5 Lavendel-Zucker-Sterne und eine gutgelaunte Leseempfehlung.


P.S.1: 😀 Habe gerade einen Geheimtipp von der Autorin höchstselbst erhalten: Die meisten der Rezepte kann man auf chefkoch.de finden. Viel Spaß beim Nachbacken!!!

P.S.2: Fans der "Nachbar fürs Herz"-Reihe von Mathilda Grace kommen hier voll auf ihre Kosten. Der Humor ist ähnlich, aber die Story ist breiter angelegt und lässt sich mehr Zeit. Lesevergnügen ist garantiert!!!
Ich freue mich aber auch jetzt schon darauf, weitere Love-Storys aus dem Ruhrgebiet zu lesen. Angekündigt sind "Apfeltraum mit Schuss" und "Erdbeerhappen mit Nuss", beide leide noch ohne Veröffentlichungsdatum. (Wobei der geneigte Leser schon ahnt, wer der "Held" in "Apfeltraum mit Schuss" sein wird ...)


Haben wollen? 
 Hier kann man die Bücher von Mathilda Grace kaufen: 
- "Lavendelherz mit Kuss"

Wer die "Nachbar fürs Herz"-Reihe noch nicht kennt, wird hier fündig:

# Die Rezension enthält Werbelinks.

Sonntag, 29. März 2020

"The Sinner - Black Dagger 18" (engl.) von J.R. Ward

Enttäuschend!

The Sinner“ von J.R. Ward nimmt in der Reihe eine Sonderstellung, weil es von einem Wendepunkt in der Geschichte der Vampire erzählt. Fans werden das Buch auf jeden Fall lesen, aber …

… die Story ist definitiv kein Highlight in der Serie. Zwar nimmt J.R. Ward hier so einige der losen Fäden auf, die sie im Verlauf der Zeit so meisterhaft gewoben hat, und bringt sie nicht nur zusammen, sondern auch zu einem Ende, doch – um im Bild zu bleiben – die Qualität des „Webmusters“ ist weit entfernt vom gewohnten Standard.

Sonst sage ich oft: Kann man lesen, muss man aber nicht. Hier ist es eher: Muss man als Fan lesen, sollte man aber vielleicht doch besser lassen.

Warum ich mich durch das Buch regelrecht quälen musste, enthält Spoiler, deshalb die Bewertung vorab. Ich kann mich noch nicht mal zu 3 Punkten durchringen. Die Story gefällt mir einfach aus zu vielen Gründen nicht.

Ab hier SPOILER enthalten:

Als Syn auf die Reporterin Jo Early trifft, weiß er drei Dinge sofort: Sie ist ein Halbblut kurz vor ihrer Transition, er sollte sich von ihr fernhalten, aber er kann es nicht. Zum ersten Mal im Leben verspürt Syn echtes und tiefes Begehren nach einer Frau …
Gegen ihren Willen verliebt sie Jo beinahe auf den ersten Blick in einen finsteren, dunklen Fremden. Dabei muss sie sich eigentlich um andere Dinge kümmern, ihren Job zum Beispiel und die Tatsache, dass sie wahrscheinlich ernsthaft krank ist. Ständig rebelliert ihr Magen, sie hat Kopfschmerzen und Gedächtnislücken. Außerdem verläuft die Suche nach ihrer Ursprungsfamilie im Sand.

Währenddessen scheint für die Bruderschaft der Black Dagger das Ende ihres ewigen Krieges gegen Omega und die Lesser in greifbare Nähe zu rücken. Nur noch weniger der seelenlosen Gestalten gehen auf die Jagd nach Vampiren. Anscheinend hat es Butch aka the Dhestroyer mit Hilfe von V fast geschafft, die Essenz des Bösen zu vernichten. Aber was bedeutet das für seine eigene Existenz? Wird es auch ihn zerstören, wenn sein Gegner für immer verschwindet?
Außerdem klärt sich, wer oder was durch das geheimnisvolle Buch in die Welt gerufen wurde.

Ok, und da ich vor Spoílern gewarnt habe: Mit „The Sinner“ endet die Geschichte der Black Dagger Brotherhood, so wie wir sie alle kennen und lieben gelernt haben. Am Ende des Buches wird ein neues Kapitel aufgeschlagen …

Ich habe mit unheimlich auf „The Sinner“ gefreut, nicht nur weil Syn versprach, ein dunkler aber sehr interessanter Held zu werden, sondern auch weil ich Jo Early von Anfang an mochte. Außerdem hat mich die Andeutung, dass es Butch endlich schafft, den Krieg gegen die Lesser zu beenden, wahnsinnig neugierig gemacht.

Doch der Funke ist leider nicht übergesprungen. Durch das erste Drittel des Buches musste ich mich förmlich hindurchquälen. Die Geschichte nimmt nur langsam Fahrt auf, weil eine alte Bekannte aus einer anderen Serie – zumindest für mich – unerwartet auftaucht und ziemlich viel Raum einnimmt. Zuerst habe ich gedacht, ich hätte in den vorherigen Bänden was überlesen, aber dem war nicht so. Bamm! Da wird sie als Lösung eines Rätsels präsentiert … und nervt genauso wie immer.

Dass die Lesser in der Story viel Raum einnehmen, kann man verstehen. Schließlich geht der Krieg mit ihnen in eine finale Runde. Leider gibt es keinen der fulminanten und spannenden Kämpfe, wie sie in manchen anderen Bänden präsentiert werden. Die seelenlosen Killer menscheln plötzlich. Es ist ja grundsätzlich ok zu zeigen, dass die Dinge nicht immer nur schwarz-weiß sind. Allerdings hat J.R. Ward die Lesser selbst konzipiert und in den vergangenen Bänden weiß wenig darauf hin, dass sie Skrupel haben. Mr. F wirkt nicht sympathischer, weil er seine Fehler bedauert. Er wirkt einfach nur erbärmlich. Entsprechend wenig Spaß macht es, die Szenen zu lesen, in denen er die Hauptrolle spielt.

Das letzte Aufbäumen von Omega und sein Ende wirken gekünstelt. Entsprechend gering ist der Triumph, den man eigentlich zusammen mit den Brüdern fühlen sollte. Man spürt einfach kaum etwas, weder ihre Müdigkeit, noch ihre Erleichterung, noch sonst etwas. Vielleicht sind sie genauso genervt wie der Leser von den Kapriolen der Übernatürlichen in der Serie. Der (vorerst?) letzte Auftritt der Jungfrau der Schrift soll wohl berührend sein, hat aber auch einen faden Beigeschmack. Echt jetzt, Analissa? Da bist du also die ganze Zeit gewesen?

Wie durch ein Fernrohr kann man beobachten, was Butch und Marissa machen, wie Jane darauf reagiert, dass V nun außer Gefahr ist, wird nicht mal erwähnt. Und Syn Läuterung vom gefühllosen Killer zum gefühlvollen Liebhaber geht auch so schnell, dass man kaum Zeit hat, mitzufiebern und sich darüber zu freuen. Richtig geärgert habe ich mich darüber, wie Jos wechselnde Gefühle begründet werden: Sie entscheidet aufgrund von Handyvideos (!), die ihr ein Dritter zukommen lässt, wie sie zu Syn steht.

Last but no least: Ein integraler Bestandteil der Storys rund um die Brüder ist die oft dunkel angehauchte Erotik. J.R. Ward hat in vielen ihrer Bücher bewiesen, dass sie explizit Szenen schreiben kann, die kochend heiß sind und sie manchmal sogar nur andeuten muss, um denselben Effekt zu erzeugen. Harte Szene hat es dabei oft gegeben und immer passten sie in die Story.

Hier soll der schnelle, dreckige Sex, den Syn und Jo teilen, wohl ihre Leidenschaft füreinander zeigen. Die muss wohl echt groß sein, weil als Leser konnte ich manchmal nur den Kopf schütteln. Echt jetzt, Jo? In einer dreckigen Küche, mit einem Mann der von sich selbst behauptet, die Lederhosen nicht zu wechseln, bevor sie abfallen? Der Bindungsduft muss ja der Hammer sein, wenn er die Gerüche übertüncht. An anderer Stelle lässt er sogar vergessen, dass Syn von Kopf bis Fuß mit Lesserblut bedeckt ist.

Och nö, sinnlich ist irgendwie anders.

Nach alle dem Gemeckere: Gut gefallen haben mir die Szenen, in denen Syn und Jo einander emotional nähergekommen sind, aber auch die, in denen Jo zeigt, wie tough sie ist. Auch wenn sie bisher als Reporterin gearbeitet hat, in ihr schlägt das Herz einer echten Kämpferin!

Ich bin immer noch gespannt, wie es in der Welt der Vampire rund um den blinden König weitergeht und hoffe, das J.R. Ward im nächsten Buch wieder zu ihrem gewohnten Können aufläuft.

So, nun versteht man mein Fazit von oben vielleicht besser: Das Buch ist ein Wendepunkt in der Geschichte der Black Dagger. Das muss man als Fan also eigentlich lesen. Aber hinterher fragt man sich, ob man es vielleicht nicht besser gelassen hätte …


Haben wollen? 

 Hier kann man die Bücher von J.R. Ward kaufen: 

- "The Sinner"

P.S.: Auch diese Buch gibt es wieder zeitgleich von zwei Verlagen. Verlinkt habe ich die preiswertere der beiden Kindle-Ausgaben. 
Ein Datum für die Veröffentlichung auf Deutsch scheint es noch nicht geben, zumindest gibt es keinen Hinweis dazu auf der Verlagsseite oder auf amazon.

Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.



Freitag, 27. März 2020

"Als die Einsamkeit wich" von K.C.Wells

Endlich wieder Leben!

In dem Gebäudekomplex, in dem Josh als Hausmeister arbeitet, wohnt nun schon seit 8 Jahren ein geheimnisvoller Mann, der niemals sein Apartment verlässt. Das liefert natürlich Nahrung für eine Menge Gerüchte, auf die Josh allerdings nichts gibt. Trotzdem ist er ein wenig neugierig, als er in der Wohnung von Christian Hernandez Renovierungsarbeiten durchführen soll. Zuerst zeigt sich Christian nicht, doch dann passiert ein Unfall und BEIDE Männer erleben eine Überraschung.

Eigentlich verrät schon der Klappentext, worum es in etwa bei „Als die Einsamkeit wich“ von K.C. Wells geht. Die Geschichte könnte leicht so ins Drama abrutschen, das permanent auf die Tränendrüsen drückt. Passiert aber nicht, im Gegenteil. Die eigentliche Tragödie hat schon lange stattgefunden, bevor sich Josh und Christian kennenlernen und sich durch Christians selbstgewählter Isolation noch vertieft.
In dem vorliegenden Buch geht es um etwas anderes: Es beschreibt eine wirklich zärtliche und zuckersüße Liebesgeschichte zwischen zwei unheimlich sympathischen Männern. Als Leser freut man sich einfach zusammen mit Josh über jeden kleinen Schritt, den Christian zurück ins Licht, ins Leben wagt.
Es wird nicht einmal verschwiegen, dass es für die beiden schon fast zu gut läuft. Das bringt K.C. Wells so geschickt ein, dass man … eigentlich gar nichts mehr über mögliche Steine im Weg wissen will. Vor allem Christian hat genug erlitten. Es wird langsam Zeit für ihn, endlich einmal richtig glücklich zu sein!
Abgerundet wird die Story mit lebendigen und interessanten Nebencharakteren, die Lust darauf machen, mehr über sie zu erfahren.

Fazit: Wirklich was fürs Herz, genau das, was man gerade braucht! Dafür gibt es zufriedene 5 Zuckersterne und eine Leseempfehlung. Das Buch hinterlässt ein gutes Gefühl und ein Lächeln auf den Lippen.

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 Hier kann man das Buch von K.C. Wells kaufen: 
- "Als die Einsamkeit wich"

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# Die Rezension enthält Werbelinks.

Mittwoch, 25. März 2020

"Earl of Night: Historischer Liebesroman" von Clannon Miller

Aus der Dunkelheit ins helle Licht …

Das Schicksal hat es nicht gut mit der jungen Maddy gemeint: Schon lange ist ihr Vater dem Glücksspiel verfallen, doch kurz vor seinem Tod scheint er verrückt geworden zu sein! Hat er tatsächlich die Hand seiner eigenen Tochter an einen finsteren Earl verloren, der im Verdacht steht, seinen eigenen Bruder ermordet zu haben und seitdem so grausam entstellt ist, dass er sich niemandem mehr zeigt? Zu Maddys Entsetzen besteht der Earl auf einer Heirat und verlangt auch von ihr, ihren ehelichen Pflichten nachzukommen. Doch ganz langsam bemerkt sie, dass mehr hinter der dunklen Maske und dem unbändigen Zorn steckt, der Lord John Sutton begleitet wie ein Schatten, als alle Welt glaubt.

Historicals, die an „Die Schöne und das Biest“ angelehnt sind, gibt es wie Sand am Meer. Kennt man eines, kennt man eigentlich alle. Aber halt! Dieses hier ist von Clannon Miller, die es immer wieder schafft ihre Leser nicht nur mit ungewöhnlichen Held*innen zu überraschen, eine Geschichte mit völlig unerwarteten Wendungen zu erzählen und bei der man für sein Geld keine dünne Schmonzette, sondern einen richtig dicken Wälzer bekommt, den man trotzdem keine Sekunde aus der Hand legen möchte, bis man weiß ob und wie er endet.

Earl of Night“ passt haargenau in diese Reihe. Zwar mag man am Anfang noch das Gefühl haben: „Die Story kenne ich doch schon so ähnlich!“, doch die sympathische, unkonventionelle und couragierte Maddy nimmt einen schnell gefangen. Man möchte unbedingt wissen, was aus ihr wird. Wieder einmal schafft es Clannon Miller aus eigentlich bekannten Elementen etwas erfrischend Neues und richtig Gutes zu schaffen. Maddy ist eine der Heldinnen, mit denen man sich gerne identifiziert: Sie ist weder perfekt noch ohne Angst. Doch statt mit dem Schicksal zu hadern, nimmt sie es mutig an und macht das Beste aus ihrer Situation, bricht dabei auch Regeln und Konventionen.

Es macht richtig Spaß, sie auf ihrem Weg zu begleiten!

Es dauert dagegen eine Weile, bis man mit John Sutton richtig warm wird. Zwar zeigt er von Anfang an, dass er kein schlechter Mensch ist, aber manche seiner Reaktionen und Aktionen irritieren nicht nur Maddy gewaltig. Es dauert seine Zeit, bis man – zusammen mit Maddy – versteht, was den Mann wirklich antreibt. Allerdings ist es von Anfang an ziemlich amüsant, die beiden miteinander zu erleben. Dunkelheit und Licht prallen aufeinander und dabei fliegen Funken in alle Richtungen. Überraschend und kein bisschen peinlich sind übrigens von Anfang an die erotischen Szenen. Wirklich faszinierend ist dabei, dass ein Held präsentiert wird, der nicht nur eine Narbe hat, die sich später als verwegene herausstellt und sein gutes Aussehen nur unterstreicht. John ist und bleibt äußerlich entstellt. Das wird immer so bleiben, doch Maddy schafft es, wieder Licht in sein Inneres zu bringen und den Earl aus der ewigen Dunkelheit, mit der er sich umgibt, zu locken.

Abgerundet wird die romantisch-sinnliche Liebesgeschichte durch einen bis zum Ende spannenden Krimi-Plot. Ok, man ahnt natürlich, dass John kein Mörder ist, aber wer steckt denn nun hinter dem schrecklichen Brand im Westturm, der ihn entstellt und so viele Leben gekostet hat?

Clannon Miller schafft es auch in „Earl of Night“ wieder, allen Personen in der Handlung Tiefe zu verleihen. Keiner ist nur gut oder nur böse, sie alle haben ihre Geheimnisse und Gründe für ihr Handeln. Das rechtfertigt natürlich nicht jede Tat, im Gegenteil! Aber als Leser erwischt man sich schnell dabei, nicht nur mit John und Maddy um ihr Glück zu fiebern, sondern auch mit ihren Verwandten und dienstbaren Geistern. Ganz nebenbei findet man dort eine fast schon philosophische Diskussion um den Unterschied von Recht und Gerechtigkeit …

*grins*
Übrigens: Natürlich ist WhatsApp im historischen England noch nicht erfunden, aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, John und Maddy würden quasi eine viktorianische Variante davon benutzen – mit allen Chancen und Risiken dieses Mediums.

Fazit:
Super!!! Tolle Story, klasse Heldin und zuerst dunkler, dann immer netter erscheinender Held. Der „Earl of Night“ nimmt nicht nur Maddy für sich ein, sondern begeistert jeden, der sich in die Geschichte vertieft. Satte 428 (!) Seiten garantieren mehr als nur ein paar vergnügte, spannende Lesestunden. Dafür gibt es von mir mindestens 5 Sterne und eine Leseempfehlung.


Haben wollen? 
 Hier kann man die Bücher von Clannon Miller kaufen: 

Historische Romanze:
- "Earl of Night"


Freche Thriller:
- "Kissed by Trouble: Der Schatz von Akkad"
- "Kissed by Trouble2: Der King of Kings"

Erotische Romanzen:
- "First Night - Der Vertrag
- "First Day - Die Mission"
- "Pygmalion - perfekt unverliebt"
 "Back and Beyond 
"Harvestine

SF-Fantasy-Erotic-Lovestorys:

- "Valkyria - Teil 1: Schwanengesang"
- "Valkyria - Teil 2: Wolfszauber
- "Valkyria - Teil 3: Elfensturm

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"Vergeltung (The Protectors Band 3)" von Sloane Kennedy

Superhelden gibt es wirklich!

Tate ist es gewöhnt, bedroht und geschlagen zu werden. Aber für Matty, den Jungen, den er als seinen eigenen Sohn ansieht, wächst er über sich selber hinaus.
Hawke ist mehr als verblüfft, als der junge Mann, den er wegen seiner Verbindung zu einem schrecklichen Verbrechen in die Zange nehmen will, trotz seiner Angst den Mut aufbringt, ihm zu trotzen, um ein kleines Kind zu schützen. Geradezu verblüfft ist er, als diese Handlung nicht nur seinen Zorn, sondern ein Gefühl erweckt, dass eigentlich mit seiner Frau gestorben ist …

Mit „Vergeltung“ legt Sloane Kennedy den dritten Band der „The Protectors“ Serie vor. Die Geschichte folgt wieder dem schon bekannten Schema, dass zwei (oder wie in Band 1 auch mal drei) Tortured Heros aufeinandertreffen und bemerken, dass sie für einander alles sein könnten. Wie immer wird die Story abwechselnd in der Ich-Perspektive aus der Sicht Hauptcharaktere – hier also Hawke und Tate - erzählt, die ihre Liebe finden, während sie eigentlich Vergeltung oder Erlösung suchen.

Trotzdem ist dieses Buch etwas ganz besonderes. Dafür sorgt zum einen der erst fünfjährige Matty, der mit seinem kindlichen Charme, seiner Lebensfreude und seiner Herzlichkeit schnell die heimliche Hauptfigur der Geschichte wird. Als Tate herausfinden, dass Matty krank ist, bleibt ihm keine andere Wahl mehr, als Hawkes Hilfe anzunehmen. Damit ist der Grundstein für eine Beziehung gelegt, die sich in einer für beide Männer überraschende Richtung entwickelt. Das ist nicht immer einfach. Hawke hängt immer noch an seiner toten Frau. Er hadert nicht nur damit, dass er nun plötzlich einen Mann begehrt, er fühlt sich, als würde er die Liebe seines Lebens verraten, wenn er überhaupt jemand anderes in sein Herz lässt.
Hawkes Zweifel und Tates Verzweiflung drücken sich nicht nur in ihren Worten aus, auch ihre körperliche Beziehung ist davon geprägt. Es scheint für Tate und Hawke nicht möglich zu sein, Herz, Verstand und Begehren unter einen Hut zu bringen. Ob und wie sie es schaffen, ist so spannend und mitreißend, dass die Thriller-Handlung fast in den Hintergrund tritt. Die wachsende Beziehung der beiden Männer trägt die Geschichte problemlos.
Für Auflockerung sorgen die Szenen um Matty, der trotz seiner schweren Krankheit ungebrochenen Optimismus ausstrahlt. In diesem Zusammenhang wird sogar der grimmige Ronan zum Softie und …

*grins* Neee, das verrate ich nicht, das muss man einfach selber lesen und wird es NIE wieder vergessen, egal wie grimmig Ronan oft auftritt.

Fazit: Begeisterte 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Was einen echten Superhelden wirklich ausmacht, wird im Laufe der Geschichte jedenfalls klar.

P.S. 1: Ich kenne die komplette Serie schon aus dem Englischen und habe sie mehrmals gelesen. „Vergeltung“ ist dabei immer noch einer meiner absoluten Favoriten. Das scheint Sloane Kennedy auch so zu gehen, denn Hawke, Tate und Matty tauchen in vielen weiteren Bänden als Neben-Charaktere auf.

P.S.2: Eines kann auf Dauer nicht verschwiegen werden. So toll ich die Geschichten von Sloane Kennedy auch finde, der Umgang mit der Thematik „Selbstjustiz“ ist … sehr amerikanisch. Außerdem wiederholen sich einige Szene immer wieder, halt nur an unterschiedlichen Orten und mit anderen Personen. Die Charaktere und ihr Schicksal sind allerdings so berührend, dass man trotzdem nicht die Finger von den Büchern lassen kann.



Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Sloane Kennedy kaufen: 

- "Absolution (The Protectors 1)" (Jonas, Mace & Cole)
- "Heilung (The Protectors 2)" (Ronan & Seth)
- "Vergeltung" (The Protectors 3)" (Hawke & Tate)

Schon auf Deutsch erschienen ist die "Finding"-Serie
- "Ein Zuhause finden“ 
- "Vertrauen finden"
- "Frieden finden"
- "Vergebung finden"

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# Die Rezension enthält Werbelinks.