Fragile Erinnerungen
Im Urlaub verliebt sich Adam in den sympathischen Tauchlehrer
Jonah und sie verbringen eine gemeinsame Nacht. Doch bevor mehr daraus werden
kann, sucht Jonah das Weite und Adam muss zurück nach Hause, wo eine schwierige
geschäftliche Entscheidung ansteht. Auf ihn wartet eine ziemliche Überraschung …
„Strand der Hoffnung“ von Shira Anthony fängt geradezu
paradiesisch an: Die Beschreibung der wunderschönen Insel, der Tauchgänge und
die langsame Annäherung der beiden Männer ist wunderbar sinnlich geschildert.
Man fühlt mit ihnen, spürt Adams Vorsicht … und seine leise Hoffnung auf mehr
als ein kurzes Abenteuer. Man fühlt auch Jonahs Zerrissenheit, seine
Unsicherheit, weil er sich nicht an seine Vergangenheit erinnern kann … und es
offensichtlich auch nicht will. Seine Träume sind ebenso aufschlussreich wie
traurig.
Leider hat die Geschichte auch einige kleine … „Aussetzer“
ist nicht ganz das richtige Wort, aber mir fällt gerade kein besseres ein.
Zuerst einmal hat man als aufmerksamer Leser bereits bei ca. 30 % eine
Offenbarung, die einen großen Teil der Spannung aus der Story nimmt und sie
vorhersehbar werden lässt. Darüber trösten dann aber einige wirklich tolle
Szenen hinweg. Die – teilweise fragilen – Erinnerungen von Jonah / Jackie, aber
auch die von Adam sind unheimlich berührend.
Geärgert und massiv gestört haben mich mehrere Logiklücken
in der Story, die so offensichtlich sind, dass sie zumindest mir den Spaß an
der Geschichte richtig verdorben haben. Ich habe das Buch immer wieder aus der
Hand gelegt und musste mich richtig dazu zwingen, es zu Ende zu lesen.
Fazit: Guter Stil, toller Anfang, zunehmend weniger
spannend. (Der Fairness halber: Ich habe gerade andere Besprechungen zu dem
Buch gelesen, die das nicht so sehen.) In meinen Augen kann man die Story
lesen, man muss es aber nicht. Die 3 Punkte sind sozusagen ein Mittelwert, der Beginn
hat mir sehr gefallen, dann war ich zunehmend weniger begeistert.
- „Strand der Hoffnung"
Bildquelle: Cursed
# Die Rezension enthält Werbelinks.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen