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Freitag, 30. September 2016

"Ein Zuhause finden (Finding 1)" von Sloane Kennedy

Ich will nen Cowboy zum Mann! Oder vielleicht auch mehrere …

Als Rhys zum ersten Mal die Farm erblickt, auf der er während seiner Bewährungszeit arbeiten soll, würde er sich am liebsten rumdrehen und wieder gehen. Bis er Finn kennenlernt. Und seinen neuen Boss Callan …
Das Leben auf dem Land in der Weite von Montana scheint eigenen Regeln zu folgen, die nicht unbedingt aus diesem Jahrhundert stammen. Aber wie ein Katalysator bringt der Stadtmensch Rhys, der sich damit nicht abfinden will, die eingefahrenen Routinen gehörig durcheinander und setzt damit Dinge in Bewegung, die sogar ihn selbst überraschen.

Mit „Ein Zuhause finden“, dem ersten Band der „Finding“-Serie, legt Sloane Kennedy eine erstklassige Mischung aus erotischer Romanze und modernem Western vor. Man könnte dem Buch zwar vorwerfen, dass es ihm manchmal ein wenig an Tiefe fehlt, aber die Geschichte zündet sofort. Sie ist nicht unbedingt Mainstream und alle Charaktere sind unheimlich sympathisch, ihre Motive gut nachzuvollziehen. Man fiebert mit Rhys, Finn und Callan, ob und wie sie ihr Glück finden. Die Lösung ist ungewöhnlich, aber sie gefällt mir richtig gut.

Klar, das Buch hat auch noch eine kleine Botschaft: Wenn du dich nur traust, zu dir zu stehen, wird schon alles gut werden!

Der Ansatz ist ein wenig idealistisch und geht vor allem für Finn zunächst völlig schief. Glücklicherweise wendet sich das Blatt irgendwann und die drei Jungs können - symbolisch gesehen - glücklich in den Sonnenuntergang reiten, wie es sich in einem Western halt gehört.

Fazit:
Mir hat die Story irgendwie richtig gut gefallen. Also: 5 Sterne und eine Leseempfehlung für die drei verliebten Cowboys.

P.S.: Die Serie besteht im Englischen aus fünf Teilen. Weiter geht es mit dem netten Tierarzt Dane und dem ziemlich undurchsichtigen Jaxon. Auch diese Buch liegt neuerdings auf Deutsch vor. Ich hoffe, dass auch die anderen rasch übersetzt werden. Allerdings konnte ich es nicht abwarten und mich durch die Originale gewühlt. Und auch alle anderen Bücher der Autorin gelesen. Also: SUCHTWARNUNG!!! 


Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Sloane Kennedy kaufen: 
- "Ein Zuhause finden

Hier eine Übersicht über die Serie im Orginal:
- "Finding Home" (Finding 1) Rhys, Finn und Callan
(*sfz* Weil ich ein totales Faible für Cowboys habe, kann ich es mir natürlich nicht verkneifen, auch dieses tolle Cover hier zu posten ...
P.S.: Gut, dass ich es gemacht habe. Die Serie hat inzwischen andere, "professionellere" Cover. Die sind auch schön. Aber nicht ganz so heiß ...)
- "Finding Trust" (Finding 2) (Dane und Jax)
- "Finding Peace" (Finding 3) (Gray und Luke)
- "Finding Forgiveness" (Finding 4) (Hunter und Roman)

- "Finding Hope" (Finding 5) (Beck, Quinn und Brody)


Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.

Dienstag, 27. September 2016

"Grauzone" von Brooke McKinley

Zwischen Schwarz und Weiß liegt eine Menge Grau …

Miller Sutton ist überzeugt von sich und seinem Job. Er ist der Gute und er jagt die Bösen. Im Moment ist er hinter einem Drogenboss her. Für den Fall braucht er dringend jemanden, der ihm Insider-Informationen liefert. Danny Butler wäre dazu genau der richtige Mann …
Miller lässt Danny verhaften und stellt ihn vor die Wahl: Aussage gegen Hinestroza und Zeugenschutz oder … er lässt auf der Straße verbreiten, dass Danny ausgesagt hat. Das wäre dessen Todesurteil.
Widerwillig geht Danny auf den Deal ein. Zusammengepfercht in einer kleinen Wohnung lernen die beiden Männer sich deutlich besser kennen, als Miller das eigentlich vorhatte. Die Grenzen von Schwarz und Weiß verschwimmen immer mehr. Grau wird zu einer Farbe, die überraschenderweise außerordentlich reizvoll sein kann.

Grauzone“ (Das Buchheißt tatsächlich im Original „Shades of Gray“ (!!!), ist aber deutlich vor „50 Shades …“ entstanden.) von Brooke McKinley ist ein merkwürdiges Buch. Nicht im Sinne von komisch, sondern im Sinne von anders und außergewöhnlich. Die Geschichte von Miller und Danny wird sehr langsam erzählt, mit vielen Rückblenden, aus denen sich die Charaktere der Männer nach und nach erschließen. Mir hat sehr gefallen, dass die Charaktere sehr ambivalent angelegt sind. Miller ist kein „guter Cop“. Er ist am Anfang knallhart und seine Karriere scheint ihm mehr zu bedeuten als das Leben oder zumindest die Gesundheit eines kleinen Gauners. Was dahinter steckt ist überraschend, nicht nur für den Leser, sondern auch für Miller selbst.

Ausgerechnet Danny, der Mann, den er aushorchen soll, bringt ihn dazu, endlich ehrlich über sich und sein Leben nachzudenken.

Danny ist und bleibt ein Dealer, ein Mann der sein Geld mit dem Leid anderer verdient. Trotzdem ist er auf seine Weise der ehrlichere von beiden. Auch wenn er Miller nicht von Anfang an alles anvertraut, so steht er doch zu sich selbst. Danny hat eine Menge er- und überlebt, ohne zu verbittern. Er hat sich auch eine gewisse Empathie bewahrt, die ihn sehr sympathisch wirken lässt. Mir hat die Stelle unheimlich gefallen, als Miller endlich klar wird, dass er zwar (fast) alle Fakten über Danny kennt, aber das noch lange nichts über seine Persönlichkeit aussagt.

Die Mischung aus Thriller und Romanze funktioniert. Ohne die Bedrohung von außen würden sich Miller und Danny nie aufeinander einlassen. So bleibt ihnen nichts anderes übrig. Die Spannung in der Geschichte kommt übrigens weniger aus der Rahmenhandlung, als viel mehr aus der langsam wachsenden Beziehung der beiden Männer. Mit jeder Seite enthüllen sich neue Facetten ihrer Persönlichkeit und irgendwann fiebert man regelrecht, ob und wie sie miteinander eine Zukunft haben werden.

Die erotischen Szenen in dem Buch sind toll geschrieben. Gerade am Anfang spürt man, dass Danny Sex zwar auch als Mittel zum Zweck einsetzt, trotzdem aber weder abgestumpft noch gleichgültig ist. Genauso fühlt man Millers Unsicherheit und wachsende Faszination. Die Gefühle der beiden Männer sind nicht nur nachvollziehbar, man spürt sie förmlich beim Lesen.

Fazit:
Grauzone“ hat mich von Seite zu Seite mehr gefesselt. Während ich länger gebraucht habe, um mit Miller warm zu werden, hatte Danny mein Herz schon auf den ersten Seiten erobert, auch wenn er durch und durch ein Gauner zu sein schien. Von mir erhält das Buch zufriedene 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Trotz des Thrilleranteils, der übrigens hin und wieder für ziemlich harte Szenen sorgt, ist es für mich keine „laute“ Geschichte, sondern eine die mit den leisen Zwischentönen überzeugt.

P.S.: Ich kaufe selten nach Cover, aber das von „Grauzone“ hat irgendwie sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Da wusste ich noch nicht, wie perfekt es zu der Geschichte passt. Das Bild zeigt Danny, der die farbige Schlange auf seinem Rücken eigentlich nicht besonders mag. Bis Miller …
 Nö. Schön selber lesen!!!

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- "Grauzone"

Weitere Meinung gefällig?
Dem Laberladen gefällt das Buch genausogut wie mir. Hier geht es zur Rezi: *klick*

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# Die Rezension enthält Werbelinks.

Montag, 26. September 2016

"Jacob" von Kooky Rooster



Verbotene Liebe …

Clemens und sein zwei Jahre älterer Stiefbruder Jakob haben von der ersten Sekunde an eine ganz besondere Beziehung zu einander. Aus der zuerst unschuldige Kinderfreundschaft wird … anders, als die Jungs in die Pubertät kommen. Aber bevor sie sich darüber aussprechen können, was sie nun für einander empfinden, trennen sich ihre Eltern und zwischen Clemens und Jakob liegen plötzlich 500 km.

Clemens und seinem verzweifelten Begehren ist das egal. Er weiß genau, was er will. Nur Jakob scheint an einer Beziehung kein Interesse zu haben. Oder steckt etwas ganz anders dahinter?

Jacob“ ist einer der älteren Geschichten von Kooky Rooster, die vorher unter dem Titel "Stiefbruder: Liebe meines Lebens" erschienen ist. Sie spielt in den Jahren 1997 bis 2005. Sie behandelte eine Liebe, die mit so vielen Tabus behaftet ist, dass sie aussichtslos zu sein scheint. Liebe unter Männern, Liebe zwischen (Stief-)Geschwistern und hier kommt noch ein weiteres Problem hinzu, das heute in dieser Form nicht mehr existiert, damals aber Clemens und vor allem Jakob vor riesige Schwierigkeiten gestellt hat. 

Mich hat das Buch unheimlich getroffen. Zum einen spürt man die Verzweiflung, das Begehren und die Hoffnungslosigkeit der beiden jungen Männer überdeutlich, zum anderen wird man unglaublich wütend, wenn sich endlich erschließt, woher der Wind weht. Das diese bittere und absurde Form der Diskriminierung bis ins 21. Jahrhundert überlebt hat, ist schier unglaublich und aus heutiger Sicht kaum noch vorstellbar.

Mich hat das Buch aus zwei Gründen „gepackt“: Zum einen fand ich die Geschichte (ehrlich gesagt wieder Erwarten, sie hat mich lange nicht interessiert) wirklich spannend und berührend erzählt. Sie trägt sich selbst, auch ohne den zweiten Grund für meine Faszination: In den letzten Jahren habe ich jedes neue Buch von Kooky Rooster mehr oder weniger inhaliert, weil ich den Schreibstil so toll finde. Der ist hier – in einem der Frühwerke – schon deutlich zu erkennen, allerdings noch nicht so ausgefeilt, wie in den späteren Büchern.

Fazit: Was soll man einer Geschichte, die auf mehr als einer Ebene berührt hat, die im Gedächtnis haften bleibt und toll geschrieben ist anders geben als 5 Sterne und eine Leseempfehlung?


P.S.: Im Anhang des Buches wird die Problematik, auf der die Geschichte aufbaut, noch einmal anhand nüchterner, gesetzlicher Grundlagen aufgezeigt. Der Roman spielt in Österreich, tatsächlich hat es in Deutschland aber einen ähnlichen Paragraphen gegeben. Ein Antrag auf Streichung ist noch 1986 gescheitert. Durch die deutsche Wiedervereinigung gab es sogar einige Jahre lang die absurde Situation, dass manche Dinge im Westen verboten, im Osten dagegen erlaubt waren. erst 1994 wurde das Recht angeglichen, weil die Situation nicht mehr haltbar war. 

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 Hier kann man die Bücher von Kooky Rooster kaufen: 
- "Jacob
- "Er ist tabu, Mann!“ (gerade neu erschienen!)

Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.

Sonntag, 25. September 2016

"Buchliebhaber Journal: Das kleine Rezensions-Diarium" von Monika Dennerlein

Zettelwirtschaft ade!

Einem Buchliebhaber ein Buch zu schenken ist einfach. Ihm das RICHTIGE Buch zu schenken ist dagegen ganz schön schwierig! Bei mir hat eine liebe Freundin gut aufgepasst, ihr Geschenk mit Liebe und Bedacht ausgewählt und mir eine riesige Freude gemacht!

Mit meinem neuen „Buchliebhaber Journal“ von Monika Dennerlein behalte ich die Übersicht über meine Bücher-Wunschliste und kann mir beim Lesen gleich ein paar Stichworte für die Rezis machen. (Bei meiner Rechtschreibung tippe ich die endgültige Version sehr bewusst am Computer …) Die Notizen habe ich bisher auf Zetteln gemacht, finde es aber klasse, sie nun ordentlich in dem hübschen Büchlein sammeln zu können, vor allem weil ich damit auch interessante Zitate gleich wieder dem richtigen Roman zuordnen kann. Meine Zettelwirtschaft gehört damit der Vergangenheit an.

Mein Fazit: Mir gefällt’s richtig gut! Also 5 Punkte und eine … nee „Leseempfehlung“ passt hier nicht wirklich, das Buch ist ja eher zum reinschreiben gedacht. Es ist toll zum Verschenken und … zum selbst behalten. Ich benutze es jedenfalls richtig gerne.

;-) Irgendwann kann ich dann noch einmal voller Vergnügen nachlesen, wie der erste Eindruck zu den Büchern war, die ich inhaliert habe, seit ich stolzer Besitzer eines „Buchliebhaber Journals“ bin …


Weil der "Blick ins Buch" nicht alles zeigt, hier noch eine kleine Ansicht des Mittelteils und damit der Seiten, die ich benutze. Jeweils links auf einer Doppelseite ist Platz für allgemeine Angaben und ein paar persönliche Ergänzungen, rechts kann man die Rezi notieren.

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 Hier kann man das Buch von Monika Dennerlein kaufen:
- "Buchliebhaber Journal"

 Nur Fall, dass jemand der Name der Herausgeberin nichts sagt. Die Autorin Inka Loreen Minden ist doch sicher ein Begriff, oder?


Bildquelle: amazon, eigen

# Die Rezension enthält Werbelinks.



Samstag, 24. September 2016

"Er ist tabu, Mann!" von Kooky Rooster

Wenn Liebe so richtig weh tut …

Die wunderbare Kooky Rooster erzählt in „Er ist tabu, Mann!“ die Geschichte einer Liebe, die nicht sein darf. Warum Moritz und Phillip nicht zusammen kommen dürfen, wäre ein echter Spoiler, deshalb die Bewertung vorab: Wieder reichen 5 Sterne nicht einmal annähernd aus. Die Story gräbt sich tief unter die Haut, man kann sie keine Sekunde aus der Hand legen und hofft mit den beiden jungen Männern, selbst als die schon alle Hoffnung aufgegeben haben.

Die Geschichte wird konsequent aus der Sicht von Moritz erzählt, der nach einem Eklat vor fünf Jahren aus seiner Heimatstadt regelrecht geflohen ist und nun zum fünfzigsten Geburtstag seiner Mutter eher unfreiwillig zurück nach Hause kommt. Erst in Rückblenden erschließt sich dem Leser, warum Moritz so wütend und gleichzeitig so voller verzweifelter Sehnsucht ist.

Wie so oft erzählt Kooky Rooster in ihrem Roman nicht von strahlenden Helden, sondern von Außenseitern. Klischees gibt es höchstens, um sie genussvoll zu zerschlagen. Als Leser ist man so nahe an den Charakteren dran, dass man manchmal fast den Blick abwenden möchte, weil es zu intim erscheint, was man über sie erfährt. Schonungslos wird ihr Leid gezeigt, ihre Fehler und ihre Macken. Aber umso intensiver empfindet man danach ihr Glück mit, die zuerst unschuldigen und dann umso erotischeren Zärtlichkeiten.

Das Buch befasst sich mit einer Liebe, die in unserem Kulturkreis als absolut tabu gilt. Die Betroffenen wissen zuerst nicht einmal, dass sie etwas Verbotenes tun. Wenn man es nüchtern betrachtet, ist das Verbot für die beiden sowieso sinnlos, trotzdem existiert es. Das macht natürlich extrem nachdenklich. Kann und darf es in der Liebe überhaupt Tabus geben, wenn sich zwei Erwachsene einig sind? Wenn sich beide von ganzem Herzen etwas wünschen?

Hat die Gesellschaft das Recht etwas zu verurteilen, was im Privaten passiert, solange niemand zu Schaden kommt? Moritz und Phillip haben, genau wie die Menschen in ihrer Umgebung, eine Schere im Kopf, was ihre Liebe angeht. Auch sie glauben, dass sie einander nicht begehren dürfen, und leiden unter dem Verzicht wie die Tiere.

Scheinbar gibt es weder eine Lösung noch Hoffnung. Und doch ist ihre Liebe anscheinend stärker als jede Konvention. Ihre ungewöhnliche Geschichte zeigt nicht nur die ganze Skala an Emotionen, sie lässt sie auch beim Leser lebendig werden.

Leseempfehlung?
Echt jetzt??? Natürlich! Wer sich dieses Buch entgehen lässt, ist selbst schuld.

***


P.S.(mit Spoiler!): Das Ende hat mich ein wenig überrascht. Natürlich gönne ich Moritz und Phillip ihr Glück von ganzem Herzen. Sie haben es sich mehr als verdient. Die Fragen, die die Geschichte aufwirft, bleiben allerdings. Nicht immer ist die Antwort für die Betroffenen so einfach …

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- "Er ist tabu, Mann!


Diese Geschichte hat mich übrigens neugierig gemacht. Es gibt ein einziges Buch der Autorin, dass ich bisher nicht gelesen habe, weil ich dachte, dass mich das Thema nicht interessiert. Ich werde mir wohl ziemlich bald "Jacob" zu Gemüte führen. Der Herangehensweise und der Schreibstil von Kooky Rooster verführen mich immer wieder dazu, mich mit Dingen auseinanderzusetzen, die ich sonst wohl links liegen lassen würde ...


Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.

Donnerstag, 22. September 2016

"Mission Hero: Ian – Im Herzen der Gefahr" von Suzann Brockmann

Der größte Bluff von allen?

Völlig unerwartet muss die junge Anwältin Phoebe einen ihr bisher unbekannten Mandanten in einer kniffligen Situation unterstützen: Das FBI will den ehemaligen Navy SEAL Ian Dunn aus dem Gefängnis holen, wo er eine achtzehnmonatige Haftstrafe verbüßt. Ian will das aber gar nicht und ist weit davon entfernt Phoebe zu anzuvertrauen warum …
So beginnt ein haarsträubendes Abenteuer, in dem Phoebe mehrmals ihre Klamotten und ganz sicher ihr Herz verliert, dafür aber jede Menge neue, ungewöhnliche Freunde gewinnt. Aber wer ist Ian wirklich? Dieb, Held, Gauner, Lügner, Herzenbrecher? Bruder, Freund, Geliebter?
Phoebe merkt schnell, dass Ian beides für sie sein könnte: Die größte Liebe ihres Lebens und die schlimmste Enttäuschung. Wird der sexy SEAL sich wirklich auf sie einlassen, oder ist sie nur ein Zwischenspiel für ihn, seine Zuneigung ein einziger Bluff? Während einer aberwitzigen Mission, die erst einmal alle überleben müssen, versucht Phoebe das herauszufinden.

Ich mag die „Operation Heartbreaker“-Serie von Suzanne Brockmann sehr gerne. „Mission Hero: Ian – Im Herzen der Gefahr“ scheint auf den ersten Blick in die gleiche Richtung zu gehen …

Allerdings hat das Buch im Vergleich zur Serie einen ganz eigenen Tenor, der mir unheimlich gut gefällt. Es erzählt ganz klar die Geschichte von Ian und Phoebe, allerdings spielen die zahlreichen und toll angelegten Nebencharaktere eine ebenso wichtige Rolle. Die temporeich erzählte Story funktioniert deshalb so gut, weil nicht nur die Funken zwischen Ian und Phoebe sprühen, sondern man auch schnell von der Dynamik des ganzen Teams fasziniert ist. Wichtig für die Geschichte sind nicht nur Ians Bruder Aaron und sein Mann Shelly, sondern auch dessen Halbgeschwister Francine und Berto. Auch die restlichen Mitglieder des zunächst ein wenig zusammengewürfelt wirkenden Teams sind richtig klasse.

Zwar gibt es ein paar richtig finstere Bösewichte, die schon fast jedes anfallende Klischee bedienen, die restlichen Charaktere sind aber erstaunlich ambivalent angelegt. Sogar die „strahlenden“ Helden haben alle genug Ecken und Kanten, um nicht wie comicartige Superhelden, sondern richtig menschlich und sympathisch zu wirken.

Suzanne Brockmann schafft es, eine heiße Love-Story in einen spannenden und aktionreichen Thriller einzubinden, bei dem außerdem der Humor nicht zu kurz kommt. Die Mischung stimmt einfach. Während man in der einen Szenen noch spontan lachen muss, hält man in der nächsten den Atem an, während man mit den Helden fiebert, ob und wie sie eine Katastrophe nach der nächsten lösen. (Immer schön der Reihe nach und immer nur eine auf einmal! Befehl von Ian!!!)
Ok. Manchmal wird die Luft auch knapp, weil es richtig heiß wird …

Die Geschichte ist mit 600 Seiten recht lang, den Raum braucht sie aber, weil sie so breit angelegt ist und neben dem Krimiplot gleich zwei Love-Storys erzählt und zwei weitere zumindest andeutet. Das Ende macht zumindest mir übrigens Hoffnung darauf, dass es irgendwann mit Ian und seinem Team weiter gehen wird …

Mein Fazit: Das Buch wirkt beim Lesen wie großartiges Popkorn-Kino. Wer Filme wie „Der Clou“ oder auch „Ocean‘s Eleven“ mag, wird hier seinen Spaß haben. Mir hat es jedenfalls richtig gut gefallen. Deshalb 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Wenn Ian, Phobe und ihr Team jemals den Weg in die Kinos schaffen, sitze ich in der ersten Reihe!

P.S.: Neben der sich anbahnenden Liebe zwischen Ian und Phoebe, spielt die Beziehung von Aaron und Sheldon die wichtigste Rolle in dem Buch. Die tiefe Liebe der beiden zueinander und die Ablehnung derselben durch Shellys verrückten Vater ist der Grund für mehr als eine brenzlige Situation.
Ihre Geschichte wird - teil durch Rückblenden - ebenfalls komplett erzählt. Bei den beiden verzichtet die Autorin allerdings aus explizite Szenen, die über einen Kuss hinausgehen. 
Trotzdem spürt man die Tiefe des Gefühls zwischen den Männern ...

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Dienstag, 20. September 2016

"Der Löwe und die Krähe" von Eli Easton

Wundervolle, bittersüße Liebesgeschichte!

Der Ritter Sir William Corbet, genannt „der Löwe“ hat seine Neigungen sein ganzes Leben lang vor der Welt und sich selbst verleugnet. Aber als sein Blick auf Christian Brandon fällt, ist er nahe daran, alle seine Überzeugungen zu vergessen. Der junge Ritter hat etwas an sich, dem sich William nicht entziehen kann, obwohl er ihn für einen adligen Schnösel hält
Als ausgerechnet Christian sich bereit erklärt, William auf einer schier aussichtslosen Mission zu begleiten, dauert es nicht mehr lange, bis William merkt, dass er seinen Begleiter völlig unterschätzt hat. Christian ist klug, geschickt, witzig, kaltblütig, wenn es drauf ankommt und steht im Kampf unerschrocken seinen Mann. Was William noch nicht ahnt, ist zu welcher Entschlossenheit Christian fähig ist …

Ich bin um „Der Löwe und die Krähe“ von Eli Easton schon in der englischen Originalversion herumgeschlichen und habe mich unheimlich gefreut, dass nun endlich die deutsche Übersetzung vorliegt. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann geschlagen und nicht losgelassen, bis ich sie …

O.K. Ich habe sie gleich zweimal hintereinander gelesen, weil ich sie so toll fand und mich nicht von Christian und William trennen konnte. Die zwei sind wirklich sympathische Charaktere, haben aber genug Ecken und Kanten, um nicht eindimensional zu wirken.
William ist von der Statur her kräftiger, solider und vom Charakter her grundehrlich und treu. Er kämpft unheimlich mit sich selbst, weil er Wünsche verspürt, von denen man ihm eingeredet hat, dass sie mit seiner Ritterehre nicht zu vereinbaren sind. Es ist herzergreifen, aber immer nachvollziehbar, wie er mit sich ringt, bevor er zu sich selbst stehen kann.
Christian hatte es nie leicht. Als jüngster von sieben Brüdern musste er schnell lernen, sich zu wehren und List und Tücke anzuwenden, wenn seine Kraft nicht reichte. Eigentlich hat er das heute nicht mehr nötig, weil er ein erstklassiger Kämpfer und Bogenschütze ist, aber Christian ist klug genug zu verstehen, dass eine kleine Intrige hin und wieder besser ist, als eine potentiell tödliche Auseinandersetzung mit Waffen.
Die beiden Männer ergänzen sich perfekt und es ist einfach wundervoll zu lesen, wie sie sich trotz aller Vorbehalte immer näher kommen und schließlich einfach nicht die Finger voneinander lassen können. Man freut sich als Leser mit den Beiden und leidet mit ihnen, weil ihre Liebe so hoffnungslos zu sein scheint.
Zum Glück sind Krähen klug und listig. Christian wartet nur auf eine passende Gelegenheit und überrascht … alle.

Nicht ganz sicher bin ich mir übrigens, ob alle Sachverhalte in der Geschichte historisch korrekt dargestellt wurden. Das hat mich aber nicht wirklich gestört, weil ich der Dynamik zwischen den beiden Männern von Anfang an verfallen war. Die Story funktioniert und wer auf historische Korrektheit absoluten Wert legt, sollte sie vielleicht einfach eher als historisch angehauchten Fantasy-Roman sehen.

Fazit: Ich glaube, man merkt mir meine Begeisterung an. Die Story ist einfach wunderschön, zärtlich und unheimlich romantisch. Sie erhält von mir deutlich mehr als 5 Punkte und eine von Herzen kommende Leseempfehlung.

Noch eine kleine Warnung: Die Geschichte hat einen Epilog, der die Jahre nach der entscheidenden Begegnung zwischen Christian und William schildert. Leser, die ein „Happy End Forever“ bevorzugen, sollten aufhören, sobald die Jahreszahl „1320“ erscheint.
Wer weiterliest, erfährt, wie diese bittersüße Geschichte wirklich endet. Ich finde auch den Schluss toll, weil er zu den beiden Männern passt. Aber ich hatte dabei heiße Tränen in den Augen …



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Bildquelle: amazon

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