Dienstag, 20. September 2016

"Der Löwe und die Krähe" von Eli Easton

Wundervolle, bittersüße Liebesgeschichte!

Der Ritter Sir William Corbet, genannt „der Löwe“ hat seine Neigungen sein ganzes Leben lang vor der Welt und sich selbst verleugnet. Aber als sein Blick auf Christian Brandon fällt, ist er nahe daran, alle seine Überzeugungen zu vergessen. Der junge Ritter hat etwas an sich, dem sich William nicht entziehen kann, obwohl er ihn für einen adligen Schnösel hält
Als ausgerechnet Christian sich bereit erklärt, William auf einer schier aussichtslosen Mission zu begleiten, dauert es nicht mehr lange, bis William merkt, dass er seinen Begleiter völlig unterschätzt hat. Christian ist klug, geschickt, witzig, kaltblütig, wenn es drauf ankommt und steht im Kampf unerschrocken seinen Mann. Was William noch nicht ahnt, ist zu welcher Entschlossenheit Christian fähig ist …

Ich bin um „Die Krähe und der Löwe“ von Eli Easton schon in der englischen Originalversion herumgeschlichen und habe mich unheimlich gefreut, dass nun endlich die deutsche Übersetzung vorliegt. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann geschlagen und nicht losgelassen, bis ich sie …

O.K. Ich habe sie gleich zweimal hintereinander gelesen, weil ich sie so toll fand und mich nicht von Christian und William trennen konnte. Die zwei sind wirklich sympathische Charaktere, haben aber genug Ecken und Kanten, um nicht eindimensional zu wirken.
William ist von der Statur her kräftiger, solider und vom Charakter her grundehrlich und treu. Er kämpft unheimlich mit sich selbst, weil er Wünsche verspürt, von denen man ihm eingeredet hat, dass sie mit seiner Ritterehre nicht zu vereinbaren sind. Es ist herzergreifen, aber immer nachvollziehbar, wie er mit sich ringt, bevor er zu sich selbst stehen kann.
Christian hatte es nie leicht. Als jüngster von sieben Brüdern musste er schnell lernen, sich zu wehren und List und Tücke anzuwenden, wenn seine Kraft nicht reichte. Eigentlich hat er das heute nicht mehr nötig, weil er ein erstklassiger Kämpfer und Bogenschütze ist, aber Christian ist klug genug zu verstehen, dass eine kleine Intrige hin und wieder besser ist, als eine potentiell tödliche Auseinandersetzung mit Waffen.
Die beiden Männer ergänzen sich perfekt und es ist einfach wundervoll zu lesen, wie sie sich trotz aller Vorbehalte immer näher kommen und schließlich einfach nicht die Finger voneinander lassen können. Man freut sich als Leser mit den Beiden und leidet mit ihnen, weil ihre Liebe so hoffnungslos zu sein scheint.
Zum Glück sind Krähen klug und listig. Christian wartet nur auf eine passende Gelegenheit und überrascht … alle.

Nicht ganz sicher bin ich mir übrigens, ob alle Sachverhalte in der Geschichte historisch korrekt dargestellt wurden. Das hat mich aber nicht wirklich gestört, weil ich der Dynamik zwischen den beiden Männern von Anfang an verfallen war. Die Story funktioniert und wer auf historische Korrektheit absoluten Wert legt, sollte sie vielleicht einfach eher als historisch angehauchten Fantasy-Roman sehen.

Fazit: Ich glaube, man merkt mir meine Begeisterung an. Die Story ist einfach wunderschön, zärtlich und unheimlich romantisch. Sie erhält von mir deutlich mehr als 5 Punkte und eine von Herzen kommende Leseempfehlung.

Noch eine kleine Warnung: Die Geschichte hat einen Epilog, der die Jahre nach der entscheidenden Begegnung zwischen Christian und William schildert. Leser, die ein „Happy End Forever“ bevorzugen, sollten aufhören, sobald die Jahreszahl „1320“ erscheint.
Wer weiterliest, erfährt, wie diese bittersüße Geschichte wirklich endet. Ich finde auch den Schluss toll, weil er zu den beiden Männern passt. Aber ich hatte dabei heiße Tränen in den Augen …


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