Mittwoch, 18. Januar 2017

"Refugium: Seelenstaub" von Susann Julieva

„Wir beide … gegen den Rest der Welt!“

Das ist das Motto von Poe und Remy. Sie sind zusammen in einem Kinderheim aufgewachsen, allerbeste Freunde und … auf einer nicht enden wollenden Flucht. Dabei gibt es für Remy scheinbar kein Entkommen: Seine Uhr läuft unerbittlich ab, weil er an einer angeborenen Krankheit leidet. Trotzdem ist Poe derjenige, dem jederzeit der Tod droht. Dunkle Engel spüren ihn immer wieder auf und trachten nach seinem Leben. Nur mit Hilfe seiner eigenen Magie konnte er sich und Remy bisher jedes Mal wieder in allerletzter Sekunde retten. Was die Freunde wirklich brauchen, ist eine sichere Zuflucht. Aber die scheint nicht zu existieren …

Man benötigt eine Weile, um sich in der von finsteren Mächten bevölkerten Welt zurechtzufinden, in die Susann Julieva den Leser mit „
Refugium: Seelenstaub“ entführt. Das liegt vielleicht daran, dass der Einstieg sich eher „normal“ liest und einen ein wenig auf die falsche Fährte lockt: Man erlebt hautnah mit, wie sich Poe und Remy mit kleinen Gaunereien durchs Leben schlagen. Erst nach und nach erkennt man, dass man in einem spannenden und sehr vielschichtig angelegten Urban-Fantasy-Roman gelandet ist. Genau wie Poe und Remy muss man erst einmal herausfinden, wer zu den „Guten“ und wer zu den „Bösen“ gehört und was es mit dem geheimnisvollen Refugium auf sich hat, das dem Buch den Titel gibt. Die Story wird immer dichter, bis sich schließlich in einem grandiosen Finale die Fronten klären. Ob das allerdings auch ein Happy End für Poe und Remy bedeutet, … findet man wirklich erst auf der allerletzten Seite heraus.

Die beiden sind von Anfang an unheimlich sympathisch, auch wenn man sie als Trickbetrüger kennenlernt. Man spürt, wie sehr sie sich umeinander sorgen und wie sehr sie einander lieben. Dass diese Liebe nicht brüderlich ist, sondern weit darüber hinausgeht, gestehen sich Poe und Remy sehr, sehr lange nicht ein. Jeder der beiden glaubt, für den anderen nicht gut genug zu sein. Das kann in einer Love-Story unheimlich nervig wirken, ist aber hier so glaubwürdig und gut nachvollziehbar, dass man mit den beiden leidet. Das Herz tut einem weh, wenn man liest, wie sehr sie sich nach einander sehnen und wie hoffnungslos sie sich fühlen. Dabei spürt man genauso die Sorge umeinander und die Zärtlichkeit, mit der sie aneinander denken.

Genau wie es in der Geschichte sehr dunkle Momente gibt, so findet man doch auch wunderschöne. Zusammen mit Poe und Remy erlebt man die ganze Tonleiter der Gefühle, von abgrundtief traurig bis himmelschreiend glücklich. Ok. Manchmal sind die Jungs auch einfach nur albern oder schräg drauf. Worauf es ankommt ist aber, dass man nicht nur liest, was sie empfinden, sondern es mit jeder Faser spürt.

Die Story wartete außerdem mit interessanten Nebencharakteren auf, von denen man gerne mehr erfahren möchte. „Refugium: Seelenstaub“ ist in sich abgeschlossen, macht aber neugierig auf weitere Geschichten. Das Potential dazu hat die phantastische Welt, die Susann Julieva erschaffen hat, allemal.

Fazit: Die Geschichte gewinnt von Seite zu Seite, bis man sie nicht mehr aus der Hand legen kann, bevor man weiß was mit Poe und Remy passiert. Macht Lust auf mehr, deshalb 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Übrigens kommen hier Fans einer wunderschönen Love-Story ebenso auf ihre Kosten, wie die Leser, die gerne spannende Fantasy lesen.

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- "Refugium: Seelenstaub"

Gut gefallen haben mir auch diese zeitgenössischen Storys der Autorin: 
- "Böse Jungs: Eine verrückte Dreiecksgeschichte"
- "Berlin Blues: Eine Böse Jungs Geschichte"

Bildquelle: amazon

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