Dienstag, 17. Januar 2017

"Rodeo Lover" von Maili Cavanagh

Lonesome Cowboys

Dale und Tyler arbeiten beide beim Rodeo. Der eine ist – für das Publikum – ein anonymer „Clown“, der andere ein umjubelter Star. Aber eines haben die beiden Männer gemeinsam: Sie sind schrecklich einsam, weil sie – jeder für sich - ein sehr persönliches Geheimnis hüten. Ein Outing würde das Ende der Karriere bedeuten. Ein Zufall ändert alles. Oder?

Ich habe mich unheimlich gefreut, dass es nach „Rough Ride“ einen neuen Roman von Maili Cavanagh gibt, der im Cowboy-Milieu spielt. Die Grundidee von „Rodeo Lover“ hat mich sofort fasziniert. Der Autorin hat ein Händchen dafür, die Atmosphäre einer Zeit oder eines Ortes einzufangen. Entsprechend liest man nicht nur über den Rodeo-Zirkus, sondern fühlt sich, als wäre man dabei.

Ich weiß nicht, ob die Stimmung dort wirklich so homophob ist, wie sie in dem Buch geschildert wird, man spürt aber, wie sehr Dale und Tyler darunter leiden, einen wichtigen Aspekt ihres Wesens zu verbergen, weil sie glauben, dass sie sonst in dem Job, den sie lieben, keine Zukunft mehr haben.

Ehrlich gesagt ist die Atmosphäre so gut getroffen, dass … es mir keinen Spaß gemacht hat, das Buch zu lesen. Die Geschichte ist unheimlich traurig. Dale und Tyler sind so tief im Schrank, dass sie sich erst nach etwa einem Drittel zum ersten Mal nicht nur als Kollegen begegnen. Aber selbst da wissen sie noch nicht einmal, wer der jeweils andere ist. Das findet Dale erst später heraus und behält es erst einmal für sich. Er offenbart es Tyler erst nach langer Zeit. Auch wenn Dale Tyler schon lange aus der Ferne anhimmelt, so gründet ihre Beziehung erst einmal auf Sex. Die beiden wissen nämlich rein gar nichts über einander. Natürlich verliebt sich nun plötzlich auch Tyler „auf den ersten Blick“ in den anderen Mann, ergreift aber erst einmal die Flucht.

Der Funke hat einfach wenig Chancen überzuspringen, wenn die beiden lonesome Cowboys dauernd getrennt sind und die wenige Zeit, die sie anfangs miteinander verbringen … nun ja, sie nutzen sie meistensn nicht gerade zum reden, sondern sehr körperbetont.

Das Buch ist immer dann sehr berührend, wenn man die Beklemmung und die Angst der Männer spürt. Sie sind beide an einem Wendepunkt ihres Lebens angekommen und hinterfragen sich und ihre Art zu leben. Das manifestiert sich in mehr Fragen, als ich sie jemals vorher in einer Geschichte gelesen habe. Manchmal scheint in einem kompletten Absatz jeder Satz mit einem Fragezeichen zu enden.

Als Sittengemälde einer rauen Sportart, die vielleicht gar keine Zukunft mehr hat, ist die Story interessant. Als romantisch habe ich sie nur sehr selten empfunden. Dazu ist sie meist zu düster und zu dramatisch. Einige Szenen sind geradezu brutal.

Rodeo Lover“ hat durchaus seine Momente. Die Story ist nicht schlecht. Begeistert hat mich die neue Geschichte von Maili Chavanagh aber dieses Mal nicht. Von mir gibt es von mir 3 Punkte. Mit einer Leseempfehlung tue ich mich ein wenig schwer. Wer es wirklich romantisch mag, dem wird es wahrscheinlich wie mir gehen. Fans von Dramen kommen hier schon eher auf ihre Kosten.


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Rough Ride

Bildquelle: amazon

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