Montag, 3. Juli 2017

"Die zweite Ernte" von Eli Easton

Leise Töne, starke Geschichte

Christie lebt in New York ein Leben auf der Überholspur. Partys, anonymer Sex und Drogen gehören dazu. Als er nur durch Zufall einer Überdosis entgeht, an der sein bester Freund fast stirbt, weiß er, dass es Zeit ist, über eine Veränderung nachzudenken. Das Erbe seiner Tante, ein kleines Haus auf dem Land bietet ihm einen willkommenen Rückzugsort. So lernt er den Witwer David kennen, der die Farm nebenan bewirtschaftet.
Beide Männer sind allein. Einsam. Überrascht stellen sie fest, dass sie gerne Zeit miteinander verbringen. Die gemeinsamen Abendessen, die als „geschäftliches“ Arrangement beginnen, erweisen sich als Basis einer ungewöhnlichen Freundschaft, die sich mehr und mehr vertieft. Von ihrer Umgebung mit Misstrauen beobachtet, entdecken Christie und David, wie tief ihre Gefühle gehen und dass jede Berührung die Sehnsucht aufeinander nicht stillt, sondern weiter anfacht.

Die zweite Ernte“ von Eli Easton ist eines der schönsten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Die sinnliche Atmosphäre ist von Anfang an spürbar, lange bevor die erotische Spannung zwischen den beiden Männern sich aufbaut. Eli Easton erzählt die Geschichte langsam und mit eher leisen Worten, aber die rufen ein so kraftvolles Echo hervor, dass man sich dem nicht entziehen kann. Egal ob Alltagszenen von der Farm, Christies Kochexperimente oder die Gespräche zwischen ihm und David geschildert werden, alles fügt sich nahtlos zu einem einzigen, starken Gesamtbild zusammen.

Obwohl Christie eigentlich derjenige ist, der auf dem Land zu sich selbst finden will, macht David den weiteren Weg. Es ist unheimlich anrührend zu lesen, wie der stille Mann, der nie etwas für sich selbst verlangt hat und dessen Leben immer nur aus Pflichterfüllung bestand, langsam das Bewusstsein entwickelt, dass es in Ordnung ist, eigene Wünsche zu haben. Wie er sich endlich traut, sich und dann auch anderen diese Wünsche einzugestehen.
Davids ganzes Leben bestand bisher aus seiner Arbeit auf der Farm und Eli Easton schafft es wunderbar, seine Entwicklung nicht nur mit Worten zu schildern, sondern mit passenden Bildern aus seinem Alltag und seiner Umgebung zu untermalen. Die Liebe und Zärtlichkeit zwischen David und Christie spürt man in jedem Wort, in jeder Szene. Den Druck der auf David lastet, wird allerdings ebenfalls greifbar und so bleibt das Buch bis zur allerletzten Seite unglaublich spannend.
Ein wenig bittersüß bleibt dabei außerdem das Wissen um die Jahre, in denen David seine Gefühle unterdrücken musste und mehr funktioniert als gelebt hat. Umso mehr hofft man, dass er nun endlich sein Glück mit Christie finden wird …

Von mir gibt es begeistert und berührt deutlich mehr als 5 Punkte und auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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- "Die zweite Ernte"

Zu meinen Lieblingsbüchern zählt übrigens auch eine weitere Geschichte von Eli Easton:
- "Der Löwe und die Krähe" 

Bildquelle: amazon

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