Dienstag, 29. November 2016

"The Creature" von Justin C. Skylark

B-Movie in Buchform?!

Um das vorweg zu schicken: B-Movies sind irgendwie eine ganz eigene Kunstform, die unheimlich Spaß machen können. Warum mich „The Creature“ an einen erinnert, erkläre ich weiter unten.

Jannik arbeitet als Assistent in der Rechtsmedizin. So schnell schockt ihn nichts mehr. Allerdings sind eine verschwundene Leiche und ein Mord in seiner Abteilung auch für ihn nicht alltäglich. Kein Wunder, dass er nervös wird, als er aus der leer stehenden Wohnung nebenan plötzlich merkwürdige Geräusche hört. Was dahinter steckt, hätte er sich allerdings in seinen wildesten Träumen nicht vorstellen können. Als er Tyr kennenlernt, ist sein ruhiges Leben ein für alle Mal vorbei …

Justin C. Skylark lässt Jannik die Geschichte in der Ich-Form erzählen. Zusammen mit ihm versucht der Leser hinter Tyrs Geheimnisse zu kommen. Dabei sind die Sätze manchmal schon fast stakkotoartig kurz. Das passt zu dem Thriller-Anteil ganz gut, hat aber bei mir auch den „B-Movie-Eindruck“ noch verstärkt.

Die Idee hinter der Story ist absolut faszinierend und funktioniert. Für mich steckten genug naturwissenschaftliche Fakten drin, um sich vorstellen zu können, dass sie möglich sein könnte. Der leicht trashige Eindruck kommt von einer anderen Seite: Ich habe das ein- oder andere Mal ungläubig über Janniks Reaktionen (und auch die von Dr. Byrne) gelacht bzw. den Kopf geschüttelt. Im Detail kann ich drauf natürlich nicht eingehen, ohne zu spoilern. Aber soviel muss erlaubt sein: Ich bin immer noch überrascht, was man angeblich so alles aus einer Strichzeichnung herauslesen kann. Und: Solche Reaktionen und Aktionen, wie Jannik sie zeigt, nachdem Tyr bei ihm auftaucht, kommen im wirklichen Leben wohl … niemals vor, in B-Movies sind sie funktionaler Grundbestandteil. Wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, macht die Story einfach nur noch Spaß.

Überhaupt nicht trashig dagegen sind die in sich schlüssigen Überlegungen zu der Kultur, aus der Tyr stammt, und die Demontage von vielen Vorurteilen.

Mir hat die Story richtig gut gefallen, vielleicht auch, weil ich gerade in der richtigen Laune dazu war.
Deshalb er halten Jannik und Tyr von mir gutgelaunte 5 Punkte und eine Leseempfehlung, nicht nur für B-Movie-Fans gilt.


Übrigens: Das hier war einer der bei mir seltenen Kauf-nach-Cover-Aktionen. Das Bild hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen, bis ich wusste, welche Geschichte sich dahinter verbirgt.

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Bildquelle: amazon

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