Sonntag, 20. November 2016

"Zimtsternküsse 2" von Melanie Hinz u.a.

Man nehme: Weihnachtszeit, eine Prise Zimt und ganz viel Liebe …

Der Advent ist eigentlich die Zeit der Weihnachtsvorbereitungen. Die Geschichten In der Anthologie „Zimtsternküsse 2“ zeigen, dass es auch die Zeit für einen Neuanfang sein kann. Dabei geht es manchmal besinnlich zu, manchmal zuerst ein wenig traurig, oft total lustig und hin und wieder – richtig heiß!

Ich kannte vorher nicht alle der Autorinnen, die eine Geschichte beigesteuert haben, bin aber nach der vergnügten Lektüre vom „Zimtsternküsse 2“ ganz schön neugierig auf „mehr“ geworden, vor allem weil einige der Kurzgeschichten Side-Storys zu sein scheinen. Sie sind aber in sich abgeschlossen und man kann sie problemlos auch als Stand Alone verstehen.

Mir haben die Geschichten rund um Advent, Weihnachten und die Liebe richtig gut gefallen. Nicht zu vergessen: Klugerweise enthält das Buch ein Rezept für Zimtsterne, die immer wieder auftauchen und natürlich mit Genuß von den Heldinnen und Helden verzehrt werden. Auch als Leser versüprt man spätestens nach der zweiten oder dritten Story unstillbaren Hunger auf die kleinen süßen Köstlichkeiten.

Also 5 (Zimt-)Sterne und eine Genußempfehlung!

Wer noch ein paar Details zu den einzelnen Storys lesen möchte findet die im Anhang. Es könnte sein, dass winzige Spoiler enthalten sind …

1. "Hasenpuschenküsse“ vom Melanie HinzBei einem dringenden Einkauf in letzter Minute trifft Lili ihren alten Bekannten Nick wieder. Die beiden fühlen sich spontan zueinander hingezogen, auch wenn der Zeitpunkt eigenlich falsch zu sein scheint. Aber die Liebe macht eh was sie will und mal ganz ehrlich: Einen gutaussehenden Kerl, der sich nicht zu schade ist, beim Plätzchenbacken zu helfen, sollte man (Frau!) auf jeden Fall festhalten!

Ja, ok. Ich gestehe. Ich bin absoluter Melanie Hinz – Fan und wurde auch hier nicht enttäuscht. Ich liebe ihren Schreibstil und ihre Charaktere. Jetzt ist allerdings die Sehnsucht nach dem nächsten Buch von ihr noch größer als vorher … *sfz*

2. "Selfie mit Spion“ von Anna Koschka
Also … Während ich versuche, den Inhalt dieser Story zusammenzufassen, kann ich mir das Grinsen nicht aus dem Gesicht wischen. Ich fand sie einfach nur klasse. Aber was es mit dem Christkind, Twin Hornrim, Ben Floyd, Greg und Annabell auf sich hat … kann man so einfach jetzt nicht erklären. Selber lesen. Lachen. Kopfschütteln und das gleich sofort wiederholen, weil die Geschichte einfach genial ist.

Von Anna Koschka muss ich in naher Zukunft dringend mehr lesen!

3. "Auf die eigene Art“ von Phoebe Ann Miller
Jen und Daniel brauchen beide einen neuen Anfang und überraschen sich selbst damit, dass sie das einander gestehen können, obwohl sie sich kaum kennen. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deshalb – blicken sie einander in die Seele.

Die Geschichte hat mich berührt, sie hat mir gefallen und mich außerdem neugierig auf die interessanten Nebencharaktere gemacht. Sie ist wohl eine Side-Story zu „Auf die andere Art“. *sfz* Das muss ich dann wohl auch so schnell wie möglich lesen …

4. "Zwei Tage und zwei Jahre“ von Jo Berger

Diese Story ist einfach … bezaubernd. Mit genau der richtigen Mischung aus Humor und Herzschmerz erzählt Jo Berger, wie ein echter Engel mit Hilfe eines exotischen Gewürzes (*grins* Dreimal raten, welches das ist?) zwei unglücklichen Menschen eine neue Perspektive aufzeigt. Also ehrlich gesagt schauen sich Julia und Robin an … und als Leser sieht man förmlich vor sich, dass die beiden zusammengehören und ihr Glück wirklich verdient haben.

5. "Die Bekehrung des Weihnachtsmuffels“ von Aurelia Velten
Anja Groß hasst Weihnachten. Aber als sie den Profi-Basketballer Keaton Big auf einer Party kennenlernt, die sie eigentlich noch nicht einmal besuchen wollte, spürt sie sofort ein angenehmes Kribbeln im Bauch.

Hm. Ich muss leider gestehen, dass ich mit Anja nicht so richtig warm geworden bin. Keaton dagegen ist wirklich süß (Darf man das über einen ellenlangen Basketballer sagen?) Leider war die Story wegen Anja für mich zwar ok, aber nicht mein persönliches Highlight in der Sammlung.

Ich fand irgendwie, dass ihr Charakter nicht in sich schlüssig war. Wie kann eine Frau, die Kommunikation und Publik Relations studiert und das zu ihrem Beruf machen will, nur so wenig Empathie für andere Menschen empfinden? Das passte für mich einfach nicht ...

6. "Sei mein Kompagnon“ von Jenny Wood
Auch Claire scheint am Anfang der Geschichte ein wenig … zickig zu sein. Obwohl sie mit Tom eine tolle Zeit verbracht hat und sogar der erste Sex großartig war, glaubt sie am Morgen danach etwas zu entdecken, dass für sie ein absolutes No-Go ist. Eher widerwillig will sie Tom ein letztes Mal treffen, um ein für alle Mal Schluß zu machen. Aber der überrascht sie und bittet – nur für den einen Abend – um ein wenig Fantasie und Vertrauen.

Jenny Wood entführt – mit Hilfe von Tom – nicht nur Claire, sondern auch den Leser auf eine wundervolle Reise durch Raum und Zeit. Und nein, das ist hier ist keine Fantasy-Geschichte! Wie das geht? Schön selber lesen!

Vorsicht!!! Wahnsinnig romantisch und einfach zum dahinschmelzen …
Gerne mehr davon!

7. "Zimtsternküsse für den Bad Boy“ von Violet Truelove
Die Story von Raph und seinem „Engel“ (der sich später als Clara“ vorstellt) macht Spaß. Der Bad Boy hat nämlich dem gewitzten und entschlossenen nur scheinbar engelsgleichen Bad Girl wenig entgegen zu setzten und … verliebt sich natürlich unsterblich.

Die Kurzgeschichte gehört in das „Zum Verlieben“ –Universum von Violet Truelove und ist für Fans und die, die es werden wollen eine echtes Zückerchen, bzw – um im Bild zu bleiben – ein wirklicher Zimtstern.

8. "SALEP" von Anastasia Donovan
Pia begleitet ihren Freund Tuncay nicht zum ersten Mal in seine Heimat, aber gerade an Weihnachten sehnt sich alles in ihr nach ihrem deutschen Zuhause. Wird sie es schaffen, sich auf die Stadt und die Familie von Tuncay einzulassen? Und was macht Weihnachten eigentlich aus?

Die Story von Anastasia Donovan ist wirklich toll! Sie erzählt mit wunderbaren Worten von einem Wendepunkt in einer Beziehung, macht ohne erhobenen Zeigefinger klar, wie Toleranz aussehen kann und ist außerdem eine einzige Liebeserklärung. Nicht nur die von Tuncay an Pia, sondern auch die an Istanbul, die uralte und doch moderne Stadt am Bosperus.

(Angesichts der aktuellen Ereignisse in der Türkei macht sie außerdem ein bisschen Hoffnung, weil sie zeigt, wieviel Freundlichkeit und Weltoffenheit es jenseits der Bilder gibt, die man so oft in den Nachrichten sieht.)

9. "Zimtsternküsse" vom Laura Gambrinus
Während die anderen Storys alle in der Gegenwart spielen, entführt Laura Gambrinus den Leser in die Vergangenheit: Die junge Fischerstocher Antonia muss eine Stelle als Küchenmädchen in einem Herrenhaus in Venedig annehmen, weil ihre bitterarme Familie es sich nicht mehr leisten kann, alle Kinder durchzufüttern. Obwohl nicht nur auf der anderen Seite der Meerenge gelegen, scheint Venedig eine ganz andere Welt zu sein. Es dauert eine Weile, bis Antonia ihren Platz und … ihr eigenes Glück findet.


Wie immer schafft es Laura Gambrinus die Schauplätze und Stimmungen so lebendig einzufangen, dass man glaubt, die Story nicht nur zu lesen, sondern selbst durch das alte Venedig zu streifen, die salzige Luft zu atmen und den „Glück verheißenden“ Duft von Zimt zu eschnuppern.

10. Man nehme: Weihnachtszeit, eine Prise Zimt und ganz viel Liebe …
😄

Das Rezept für Zimtsterne findet sich am Ende des Buches. Da es solche Lust auf Zimtsterne macht, sollte man Eier, Puderzucker, gemahlene Mandeln, Zucker und natürlich (!!!) Zimt vorrätig haben.
Oder zumindest eine Packung der leckeren Plätzchen im Schrank. Nur so für den Notfall und bis die eigenen Kekse endlich gebacken und abgekühlt sind.


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Bildquelle: amazon

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